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„Erwartungen übertroffen“: Festspielverein feiert zweitbeste Spielzeit

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Von: Julius Kolossa

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Nach langer Corona-Zwangspause konnte das Ensemble des Festspielvereins in diesem Jahr endlich wieder in der Höhle auftreten – und dies vor meist vollen Rängen.
Nach langer Corona-Zwangspause konnte das Ensemble des Festspielvereins in diesem Jahr endlich wieder in der Höhle auftreten – und dies vor meist vollen Rängen. © Kolossa, Julius

„Unsere Erwartungen wurden übertroffen“, bilanziert Vorsitzender Lukas Koch den ersten Teil der Festspielsaison 2022 des Festspielvereins Balver Höhle. Denn diese ist seit dem Wochenende Geschichte.

Balve - Am Pfingstsonntag ging die letzte der 14 Aufführungen des Familienmusicals „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ im Felsendom über die Bühne. Auch die drei „Musicalzauber“-Veranstaltungen sind durch.

Nachdem die Spielzeiten 2021 und 2020 coronabedingt nicht stattfinden konnten, durfte der Festspielverein jetzt endlich wieder als Veranstalter auftreten und auch Schauspieler und Technik stellen. „Bei der Gesamtauslastung wurden unsere Erwartungen jeweils übertroffen: Für die Märchenaufführungen wurden insgesamt rund 6900 Karten verkauft, was einer Auslastung von 85 Prozent entspricht. Kalkuliert hatten wir mit 75 Prozent. Für die Musicals betrug die gesamte Zahl an verkauften Karten 1050, lag damit bei 57 Prozent. Hier waren wir im Vorfeld von 50 Prozent ausgegangen. Für eine Abendveranstaltung ist dies ein sehr guter Wert“, sagte Lukas Koch. Die „Jim Knopf“-Aufführung sei mit fast 7000 verkauften Tickets sogar eine der erfolgreichsten Spielzeiten des Festspielvereins überhaupt. „Lediglich beim Stück ,Pippi Langstrumpf’, das wir 2010 präsentiert haben, war die Gesamtauslastung mit rund 90 Prozent noch besser“, so Koch.

Bequem zurücklehnen und den Erfolg genießen konnte das Ensemble zunächst aber nicht. Denn in der Höhle musste viel Abbauarbeit geleistet werden, sodass von Märchen und Musicalzauber im Felsendom bereits nichts mehr zu sehen ist. Koch: „Alles wurde in unseren Lagerstätten untergebracht, sodass jetzt nur noch die Tribüne und die Bühne stehen.“ Denn bereits am Freitag, 10. Juni, geht es ab 20 Uhr mit der Nacht der Tenöre weiter.

Bei diesem Event kümmert sich der Verein um die Organisation sowie den Verkauf von Speisen und Getränken. So ist es dann auch beim „Irish Folk“-Festival vom 4. bis 6. August. „Und all das bedeutet fast genauso viel Arbeit für uns, als wenn wir selbst auftreten würden“, so Koch.

In diesem Jahr war allerdings einiges bei den Aufführungen anders, mussten doch nach der Corona-Pause die Abläufe erst wieder optimiert werden. Und das bedeutete: viele Sachen mussten kurzfristig erledigt werden, was wiederum Stress und dadurch einen etwas härteren Umgangston bedeutete. Doch all dies war schnell wieder vergessen. „Und doch können und wollen wir besser werden in Sachen Kommunikation – diese wollen wir demnächst offener, breiter und transparenter führen, damit die Inhalte an alle gehen“, sagte Koch. Sie lernten immer wieder aufs Neue dazu, die Menschen vor und hinter den Kulissen. „Jetzt sind alle traurig, dass es schon wieder vorbei ist, denn letztendlich war es wieder schön“, sagte Koch.

Für das Ensemble geht die Probenarbeit nun fast nahtlos weiter mit dem „Jedermann“ von Hugo von Hoffmannsthal. Das Stück spielt im 15. Jahrhundert und handelt vom reichen Herrn Jedermann, der im Sterben sein Leben bereut. 1911 erschien „Jedermann“ in Berlin und wurde dort auch uraufgeführt. In Balve soll er im November in der Pfarrkirche St. Blasius gezeigt werden. Die erste Leseprobe findet für alle interessierten Schauspieler am Sonntag, 12. Juni, ab 12 Uhr in der Gransauer Mühle statt.

Mit Blick auf das nächste Märchen für die kommende Festspielsaison stellt Lukas Koch fest, dass bis zum Frühherbst eine Auswahl getroffen sein solle. „2023 wird auf jeden Fall ein anderes Märchen in der Höhle aufgeführt“, verspricht er aber bereits. Dagegen stehe ein Musicalzauber nicht erneut auf der Agenda. „In Absprache mit allen Beteiligten stellte sich heraus, dass die Vorbereitung dafür zu lange dauert.“ Ob es eine Alternative geben wird, sei noch nicht entschieden.

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