Droht nächster Komplettausfall?

Festsaison 2021: Schützen in Balve arbeiten an einem Plan B

Matthias und Melanie Noll regieren seit Anfang Juni 2019 die Schützen in Volkringhausen. Ob sie in diesem Jahr durch ein neues Regentenpaar abgelöst werden, erscheint momentan fraglich.
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Matthias und Melanie Noll regieren seit Anfang Juni 2019 die Schützen in Volkringhausen. Ob sie in diesem Jahr durch ein neues Regentenpaar abgelöst werden, erscheint momentan fraglich.

An Pfingsten beginnt in Balve die Schützenfestsaison – zumindest in Jahren ohne Corona-Pandemie. Nachdem bereits die Festsaison 2020 pandemiebedingt komplett ausfallen musste, droht dieses Schicksal den heimischen Vereinen und Bruderschaften auch in diesem Jahr.

Die Hoffnung, ihr jeweiliges Hochfest 2021 trotz Corona doch irgendwie feiern zu können, lebt in den Dörfern aber noch.

„Wir können nicht auf die Pauke hauen, während das Coronavirus wütet“, sagt Stephan Neuhaus, Brudermeister der St.-Hubertus-Schützen Volkringhausen. Sie wollen über Pfingsten vom 21. bis 23. Mai feiern. Deshalb geht Neuhaus schon jetzt davon aus, dass das Festwochenende nicht im gewohnten Rahmen gefeiert werden kann. „Noch aber ist von Seiten des Vorstands keine Entscheidung gefallen“, betont Neuhaus.

Auch Jubiläumsschützenfest soll gefeiert werden

Gefeiert werden soll in Volkringhausen am ersten Wochenende im September zudem ein Jubiläumsschützenfest. 100-jähriges Bestehen hatte die Bruderschaft zwar bereits 2020 – coronabedingt allerdings ohne Jubiläumsfest. Dieses soll zum 101-jährigen Bestehen 2021 nachgeholt werden. „Vielleicht ist im September zumindest eine kleine Feier mit Feldgottesdienst und Platzkonzert möglich“, hofft Neuhaus. Das Jubiläumsschützenfest eventuell um ein weiteres Jahr zu verschieben, ist in Volkringhausen keine Option. „Wir würden in diesem Fall dann im Jahr 2025 unser 105-Jähriges groß feiern“, sagt Neuhaus.

Über all dies sollen die Mitglieder auch in einer Versammlung informiert werden, sobald diese wieder möglich sind. Zunächst musste die Jahreshauptversammlung, terminiert für den 23. Januar, jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben werden. So lange bleiben die zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern: Brudermeister Stephan Neuhaus, Oberst Detlef Reuß und Kassenwart Marius Neuhaus.

Endgültige Entscheidung soll im Mai fallen

Einen Plan B für ein weiteres außergewöhnliches Schützenjahr erstellen die St.-Johannes-Schützen aus Langenholthausen. Momentan sind die Verantwortlichen zwar wenig optimistisch, am ersten Wochenende im Juni ihr Schützenfest feiern zu können, aber Brudermeister Berthold König lässt durchblicken: „Wir stehen Gewehr bei Fuß, falls sich die Lage bessern sollte. Wenn unsere langjährigen Partner mitspielen, benötigen wir für die Vorbereitungen nur wenige Wochen. Insofern ist es ausreichend, bis Anfang Mai abzuwarten und dann eine Entscheidung zu treffen.“

Versammlung in Langenholthausen unter freiem Himmel?

Anfang Januar sollte bei den St.-Johannes-Schützen in Langenholthausen die Generalversammlung stattfinden. Coronabedingt war dies natürlich nicht möglich. Brudermeister Berthold König hofft, den Termin möglichst schnell nachholen zu können: „Uns liegt daran, diese rechtlich vorgeschriebene Veranstaltung zeitnah durchzuführen, sobald es wieder möglich ist.“ Auf Abstand sei dies in der Schützenhalle aber nur schwerlich umzusetzen. „Aber was spricht zum Beispiel dagegen, hieraus im Frühjahr eine Außenveranstaltung zu machen und diese an einem Sonntagvormittag auf unserem Schützenplatz stattfinden zu lassen?“, sucht Berthold König nach Alternativen.

Auch die Eisborner St.-Antonius-Schützen mussten ihre für Januar geplante Versammlung verschieben. „Wir müssen die weitere Entwicklung abwarten“, hat Vorsitzender Gisbert Sprenger derzeit noch keinen möglichen Nachholtermin im Blick.

Wenn kein normales Schützenfest gefeiert werden könne, gebe es vielleicht die Möglichkeit, am Wochenende 5. bis 7. Juni eine kleinere Veranstaltung nur für die Schützen aus Langenholthausen durchzuführen. „Wir jedenfalls werden das anbieten, was zu dem Zeitpunkt erlaubt ist“, sagt König.

Auch 2021 soll es Freiluftkonzerte geben

Ergänzend dazu hat der Vorstand die Planungen für eine Wiederholung der im vergangenen Jahr durchgeführten Freiluftkonzerte aufgenommen. Die 2020 beteiligten Musikvereine aus Garbeck und Langenholthausen hätten bereits großes Interesse bekundet, diese im Vorjahr sehr gut besuchten Veranstaltungen auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit den Langenholthausener Schützen durchzuführen. Berthold König: „Natürlich wollen wir in diesen nicht einfachen Zeiten damit auch etwas für unsere Kassenlage tun, aber auch diesmal ist es uns genauso wichtig, uns selber wieder Ziele zu setzen und gemeinsam mit unseren Gästen wieder in den Veranstaltungs- und Feiermodus zu schalten.“

Für Gisbert Sprenger, Vorsitzender der St.-Antonius-Schützen aus Eisborn, die ebenfalls am ersten Juni-Wochenende Schützenfest hätten, steht fest: „Ich gehe nicht davon aus, dass wir ein normales Fest feiern können.“ Es sei kaum planbar, was in welcher Form möglich sei. „Wir prüfen alle Alternativen für ein schönes Wochenende auch mit Musik“, verspricht Sprenger allerdings. In bester Erinnerung ist ihm die „Schützenfest at home“-Aktion aus dem Vorjahr, als im Dorf mehr als 100 Schützenfestpakete mit Bier, Currywurst, Likören, Mandeln und anderen Süßigkeiten ausgeliefert wurden. „Diese Aktion ist schwer zu toppen“, sagt der Eisborner, dass die Messlatte damit sehr hoch gelegt worden sei. Ob diese Aktion im Falle einer neuerlichen Schützenfest-Absage wiederholt, oder aber etwas Neues geboten wird, lässt Sprenger bisher noch offen.

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