Festakt soll an Verdienste Theodor Pröppers erinnern

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Von seinem einstigen Wohnhaus blickt das Abbild von Kirchenmusikdirektor Theodor Pröpper auf seine ehemalige Wirkungsstätte. Nicht nur sein musikalischer Nachlass macht ihn mehr als 30 Jahre nach seinem Tod unvergessen. ▪

BALVE ▪ „Du alte Stadt im grünen Tal…“ Wenn an Schützenfest das Balver Lied angestimmt wird, wenn das Glockenspiel im alten Rathaus erklingt oder wenn auf einem Dachboden ein verstaubtes Exemplar des „Klingemund“, des Sauerländer Liederbuchs, auftaucht, dann ist er allgegenwärtig: Theodor Pröpper.

Die Liste seiner Verdienste ist lang: Er war Gründer der Balver Heimwacht, Mitbegründer der Gemeinschaft Balver Höhlenspiele, stellvertretender Bürgermeister, 55 Jahre Organist, Komponist, Heimatdichter und vieles mehr. Ebenso lang ist die Liste der Auszeichnungen, die er erhalten hat: Er bekam das Bundesverdienstkreuz I. Klasse verliehen und am 27. Dezember 1961 wurde er Ehrenbürger der Stadt Balve. Am 31. Juli 1979 starb er im Alter von 83 Jahren.

Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft vor 50 Jahren soll zum Anlass für einen Festakt genommen werden. Am Mittwochabend warb Bürgermeister Hubertus Mühling in der Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur, Soziales und Sport für das Fest am 16. Dezember, das mit der Heimwacht – die von Pröpper vor 90 Jahren gegründet wurde – und der Kirchengemeinde St. Blasius organisiert wird.

Der Vertreter der katholischen Pfarrgemeinde und Pfarrarchivar Rudolf Rath stellte den aktuellen Stand der Planungen vor. Zunächst unterstrich er: „Theodor Pröpper ist ein Mann, der vielen nicht mehr mit Namen bekannt ist. Ihnen müssen wir mit dem Fest zeigen: Balve hat eine Geschichte.“ Dr. Franz-Josef Ratte, ein Musikwissenschaftler der Universität Münster, hat zugesagt, ein Kurzreferat über den Musiker Pröpper und die Bedeutung seines Werks zu halten. Zudem will er einen Pianisten, den Domkapellmeister aus Paderborn, und einen Sänger mitbringen, um den Festakt musikalisch zu untermalen. Pröppers Advents- und Weihnachtslieder, die inzwischen auf einer CD gebündelt wurden, sollen eingespielt werden. Der Musik-, der Männergesangverein und die Kantorei sollen ebenfalls mit Pröppers Stücken auftreten. Mit den Gruppen müssen aber noch Gespräche geführt werden. Eine Ausstellung soll das Bild abrunden.

Auf einen Programmpunkt ist Rath besonders stolz. „Wir haben einen wahren Schatz gehoben“, leitete er ein. Die Kinder Pröppers haben dem Pfarrarchiv den kompletten schriftlichen Nachlass Pröppers übergeben – der musikalische „Schatz“ lagert bereits im Musikarchiv in Hagen. „Ihn können wir nun sichten, ordnen, erfassen und der Öffentlichkeit zugänglich machen“, freut sich der Pfarrarchivar. Die offizielle Übergabe des Schriftgutes soll im Rahmen des Festaktes erfolgen.

Gefeiert wird im Katholischen Pfarrheim. Alle Ratsmitglieder, Ehrenbürger, Ehrenringträger, Vertreter der Katholischen und Evangelischen Kirchengemeinde, der Vorstand der Heimwacht und die drei Kinder Theodor Pröppers mit Familie stehen auf der Gästeliste.

Die Finanzierung der Veranstaltung ist bereits durch Spendengelder gesichert. ▪ acn

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