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Fanta 4, DSDS oder Cobra 11: Der Höhlenvermieter macht nach 21 Jahren Schluss

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Von: Günter Cordes

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Eines der absoluten Veranstaltungshighlights in der Balver Höhle in den vergangenen Jahren: Die Fanta 4 spielen ein Unplugged-Konzert.
Eines der absoluten Veranstaltungshighlights in der Balver Höhle in den vergangenen Jahren: Die Fanta 4 spielen ein Unplugged-Konzert. © Michael Koll

Die Fanta 4, DSDS oder Alarm für Cobra 11: 21 Jahre war Wolfram Schmitz für die Vermietung der Balver Höhle zuständig. Fast wäre es in der Höhle sogar zu einer Swingerparty gekommen. Das verhinderte Schmitz jedoch.

21 Jahre kümmerte sich Wolfram Schmitz für die Balver Schützenbruderschaft St. Sebastian um die Vermietung der Höhle. Damit ist nun Schluss. Nachdem Schmitz bereits im Herbst zum Ehrenmitglied der Bruderschaft ernannt worden war, verabschiedete Vorsitzender Christoph Rapp Schmitz am Wochenende im Rahmen der Generalversammlung auch offiziell. Im Interview mit Günter Cordes blickt Wolfram Schmitz auf besondere Jahre zurück.

Herr Schmitz, warum machen Sie jetzt Schluss?

21 Jahre ehrenamtliche Arbeit für die Schützenbruderschaft und die Höhle sind eine lange Zeit. Im Vorstand und Beirat sind mittlerweile fast alle jünger als ich und haben deshalb auch andere Vorstellungen und Ziele. Ich kann auf eine arbeitsreiche Zeit zurückblicken.

Haben Sie neue Ziele und Aufgaben? Zuletzt gab es Gerüchte, dass sie ein Amt in der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen anstreben.

Nein, sicher nicht. Ich bin ehrenamtlicher Geschäftsführer im Sauerländer Schützenbund und zuständig für 340 Schützenvereine mit insgesamt mehr als 170 000 Schützen. Das erfordert viel Kraft. Außerdem bin ich noch in der Bürgerstiftung Balve engagiert, die sich auch um das ehemalige Krankenhaus kümmert. Das liegt mir sehr am Herzen.

Bundesgeschäftsführer im Sauerländer Schützenbund bleiben Sie also?

Ich bin erst 2021 für drei weitere Jahre gewählt worden. Die Aufgabe macht mir viel Spaß, das Team ist klasse. Wenn es meine Gesundheit zulässt und mich die Schützen lassen, würde ich das gerne weiter machen.

Erinnern Sie sich noch an ihre Anfänge bei der Höhlenvermietung?

Ich habe die Aufgabe in meinem Schützenkönigsjahr 2001 von Willi Minnerup übernommen. Der Mietvertrag hatte damals eine Seite und deckte die rechtlichen Anforderungen bei Weitem nicht ab. Viele Arbeitssitzungen mit Konrad Betten und Bernd Luig waren notwendig, um den Vertrag auf ein rechtssicheres Niveau zu bringen. Daraus ist der Arbeitskreis Vermietung entstanden, dem ich die ganze Zeit angehört habe. Denn die Arbeit der Höhlenvermietung kann nur im Team bewältigt werden.

Was waren in all den Jahren Ihre größten Highlights?

Die beiden Unplugged-Konzerte der Fanta 4 und natürlich der Dreh für „Deutschland sucht den Superstar“, als ich mit Heino als damaligem Mitglied der Jury sprechen konnte. Aber auch die vielen klassischen Konzerte, die ich oft mit meiner Frau Birgit besuchen und genießen konnte.

Was waren Ihre interessantesten Erlebnisse in 21 Jahren Vermietung?

Da gab es einige. Besonders interessant war zu sehen, wie viel Technik bei einem Konzert, wie dem der Fanta 4 in der Höhle eingebaut wird. Natürlich auch der persönliche Kontakt zu den Künstlern.

Die Aufgabe der Höhlenvermietung für die Balver Schützenbruderschaft hat Wolfram Schmitz (links) an Wolfgang Riecke und Hermann Hering weitergegeben. Für sein Engagement durfte sich Schmitz über ein Dankeschön des Bruderschaftsvorsitzenden Christoph Rapp (rechts) freuen.
Die Aufgabe der Höhlenvermietung für die Balver Schützenbruderschaft hat Wolfram Schmitz (links) an Wolfgang Riecke und Hermann Hering weitergegeben. Für sein Engagement durfte sich Schmitz über ein Dankeschön des Bruderschaftsvorsitzenden Christoph Rapp (rechts) freuen. © Cordes, Günter

Wie haben Sie die vielen Stars in die Höhle bekommen?

Häufig lief es umgekehrt. Das Management der Künstler suchte eine Location für eine bestimmte Veranstaltung, hat sich deshalb bei mir gemeldet. Ich habe nach meinen Möglichkeiten versucht, ordentliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Welche Filme wurden in der Höhle gedreht?

So einige. Unter anderem zwei Folgen der RTL-Actionserie „Alarm für Cobra 11“ und ein Film mit Karl Dall und Mirja Boes. Aber auch Filme, an die mich wegen des Niveaus besser nicht zurückerinnern will.

Welche Aufgaben hatten Sie zuletzt bei der Höhlen Vermietung?

Ich war erster Ansprechpartner für alle Mietinteressierten und zuständig für die zeitliche Planung der Veranstaltungen. Außerdem für die Verhandlungen über den Mietpreis mit den Veranstaltern, also dem Management der Künstler.

Welche Veranstaltungen waren die wichtigsten?

Am wichtigsten und an erster Stelle stand und steht für mich nach wie vor natürlich unser Schützenfest, das wir hoffentlich dieses Jahr wieder durchführen dürfen. Besonders am Herzen liegen mir aber auch die Veranstaltungen von Balver Vereinen. Dazu gehören die Veranstaltungen des Festspielvereins, aber auch des Männerchors Balve und der Musikvereine. Ich habe mich immer dafür eingesetzt, die Mietkonditionen für Balver Vereine möglichst niedrig zu halten und bei den kommerziellen Veranstaltungen ordentliche Mietpreise zu fordern. Die Mieteinnahmen sind die wesentliche Einnahmequelle der Bruderschaft.

Konnte jeder interessierte Veranstalter die Höhle buchen?

Nein, ich habe Anfragen von Musikgruppen vom rechten und linken politischen Rand abgelehnt. Aber auch dem Wunsch einer Swingerparty in der Höhle sind wir nicht nachgekommen. Dafür wäre es aber wahrscheinlich ohnehin viel zu kalt in der Höhle gewesen (lacht).

Nach welchen Kriterien erfolgte die Auswahl der Veranstaltungen?

Das Angebot an unterschiedlichen Veranstaltungsformaten sollte möglichst groß sein, um die Interessen von möglichst vielen Besuchern anzusprechen. Wir hätten jährlich gut und gerne drei oder vier Technopartys haben können, das ist aber nicht sinnvoll.

Abschließend ein Resümee: Was hat sich in den mehr als zwei Jahrzehnten verändert?

Die Balver Höhle hat sich kulturell prächtig entwickelt. Daran kann und wird nach Corona angeknüpft werden. Besucher kommen gerne nach Balve. Großartige Veranstaltungen haben Balve und die Höhle überregional bekannt gemacht. Das ist ein großer Verdienst der Schützenbruderschaft für Balve, eine Bereicherung für die heimische Wirtschaft. Ich bin stolz auf die Entwicklung der Höhle in den vergangenen Jahren und übergebe die Aufgabe in die vertrauensvollen Hände von Wolfgang Riecke und Hermann Hering.

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