Familie aus Höveringhausen gerät in Xynthias Falle

BALVE – Das Sturmtief Xynthia hat am Sonntagnachmittag und -abend vor allem die Freiwillige Feuerwehr in Atem gehalten, die umgestürzte Bäume beseitigen musste. Das Unwetter hat aber auch viele kleine und mittlere Schäden an Gebäuden angerichtet. So waren bis bis Montagmittag bei der DEVK-Versicherung in Balve schon etwa 60 Schadensmeldungen eingegangen. „Das sind nicht so viele wie bei Kyrill, aber unser Telefon steht nicht still“, sagte DEVK-Mitarbeiterin Theresia Stein.

Viel zu tun hatte auch die Feuerwehr. Zwischen 14.30 und 20.30 Uhr rückten die sieben Löschgruppen der Stadt am Sonntag zu rund 30 Einsätzen aus. Insgesamt waren 122 Einsatzkräfte der Feuerwehr und einige Mitglieder des Technischen Hilfswerks unterwegs. Den ersten Sturmeinsatz absolvierte die Löschgruppe Eisborn, die um 14.30 Uhr alarmiert wurde, um eine auf die Straße gewehte fahrbare Weidehütte zu entfernen. Danach ging es mit zunehmenden Sturmböen Schlag auf Schlag. Schon ab 15.30 Uhr waren auf Anordnung des Märkischen Kreises, der für alle 15 Städte und Gemeinden Alarm ausgelöst hatte, alle sieben Feuerwehrgerätehäuser im Stadtgebiet besetzt. In Balve hatte die Feuerwehr eine Einsatzleitzentrale aufgebaut, die mit den einzelnen Einheiten per Telefon und Fax kommunizierte. „Da haben wir aus den Ereignissen bei Kyrill gelernt. Damals ist der Funkverkehr zusammengebrochen“, erläuterte Feuerwehr-Pressesprecher Kai Gaberle. Diesmal lief die Verständigung reibungslos.

Die größten Einsätze hatte die Feuerwehr in den Bereichen Mellen und Leveringhausen zu absolvieren. Zwischen Balve und Mellen waren mehrere Bäume auf die Kreisstraße 12 gefallen. Weil einige auch die 10-kV-Stromleitung in Mitleidenschaft gezogen hatten, benachrichtigte die Feuerwehr aus Sicherheitsgründen den Netzbetreiber RWE und sperrte die Straße für den Verkehr. Gleichzeitig sorgte sie dafür, dass die K 12 aus Richtung Langenholthausen passierbar blieb, damit notfalls Rettungsfahrzeuge Mellen hätten erreichen können.

Dramatischer verlief der Feuerwehreinsatz zwischen Leveringhausen und Elfenfohren. Hier steckte eine fünfköpfige Familie aus Höveringhausen mit ihrem Auto zwischen umgestürzten Bäumen in der Falle. Die Feuerwehr bahnte sich einen Weg und brachte die Fahrzeuginsassen, darunter ein elf Monate alter Säugling, in Sicherheit. Schließlich bargen die Feuerwehrmänner auch noch Wagen der Familie.

Schließlich räumten die Einsatzkräfte mit Hilfe des Forstwirts Bernfried Severin noch die Straße zwischen Garbeck und Leveringhausen frei, die ebenfalls von umgestürzten und abgeknickten Bäume blockiert gewesen war. Anschließend wurde diese Straße vorsichtshalber gesperrt, weil mit weiteren Sturmschäden zu rechnen war. Gegen 20.30 Uhr hatte sich die Lage einigermaßen beruhigt, die Feuerwehrmannschaften konnten ihren Dienst beenden. – vg

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