Fairtrade-Schule: So haben es die Garbecker geschafft

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Die Garbecker Grundschüler zeigten unter anderem mit zwei Theaterstücken, was fairer Handel für die Menschen in Afrika oder Lateinamerika bedeutet.

Garbeck - „Ihr seid jetzt Fairtrade-Schule“, zeigte sich Balves Bürgermeister Hubertus Mühling in der Garbecker Grundschule vor den versammelten Erst- bis Viertklässlern richtig beeindruckt. Eine Schülerin in der ersten Reihe hob den Daumen, streckte ihn dem Stadtoberhaupt entgegen und antwortete: „Cool“.

Anlass dieses Zwiegespräches war die Auszeichnung der katholischen Grundschule durch den aus Hagen angereisten Fairtrade-Referenten Simon Martin. „Wir haben uns bereits 2012 mit dem ersten Fairtrade-Gottesdienst auf den langen Weg hierher gemacht“, erinnerte Schulleiterin Dorothe Gastreich-Kneer. 

Fünf Kriterien muss die Bildungseinrichtung erfüllen, um diese Zertifizierung zu erhalten. Zunächst wurde der sogenannte Kompass-Vertrag abgeschlossen. Mit diesem verpflichtet sich die Grundschule Drei Könige gegenüber dem Verein TransFair, sich für gerechten Handel einzusetzen und somit für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern und Produzenten in Afrika, Lateinamerika sowie Asien zu sorgen. Schüler, Lehrer und Eltern sollten für das Thema sensibilisiert und als Multiplikatoren aktiv werden. 

Fairtrade-Produkte im Schulkiosk

Zweitens bietet die Schule Fairtrade-Produkte im Schulkiosk und bei Veranstaltungen an. So gibt es jetzt in den Schulpausen statt der üblichen Schokoriegel beispielsweise getrocknete Mangos und Bananenchips. 

Drittens macht die Drei-Königs-Schule Öffentlichkeitsarbeit, um den Fairtrade-Gedanken in die Bevölkerung hineinzutragen, etwa mit Infoständen auf dem Weihnachtsmarkt sowie dem Schulfest. Viertens wurde ein Schulteam gegründet, welches aus Schülern, Lehrern und Eltern besteht und dafür zuständig ist, die Umsetzung der anderen Kriterien zu überwachen. Schließlich müssen die Themen fairer Handel sowie faire Lebensbedingungen im Sachunterricht (Thema: Kinderrechte) und im Religionsunterricht (Thema: Gerechtigkeit) ab der zweiten Klasse regelmäßig auftauchen. 

Grundschüler haben schon viel gelernt

Dass die Grundschüler dabei schon einiges gelernt haben, bewiesen sie auch im Gespräch mit dem Bürgermeister. Sie ließen ihn staunen, weil sie wussten, dass Kinder in anderen Ländern nicht zur Schule gehen können, weil sie schwer arbeiten müssen, dass gerechte Löhne keine Selbstverständlichkeit sind und dass fairer Handel auch die Umwelt schont. „Ihr seid jetzt ein großer Teil der Balver Fairtrade-Familie“, lobte Mühling. 

Zwei Theaterstücke führten die Grundschüler dann auf. Die Drittklässler gaben Einblicke in Kinder-Sklavenarbeit auf Kakao-Plantagen an der Elfenbeinküste, die ihren Altersgenossen in Afrika keinerlei Freizeit lässt. Die Viertklässler widmeten sich dem Bananen-Anbau in Ecuador und dem Hautausschlag, den Pflanzenschutzmittel dort erzeugen. 

Faitrade-Referent Simon Martin übergab die Zertifizierungs-Urkunde an die Schüler und verriet: „Ihr seid nun die 607. ausgezeichnete Faitrade-Schule in Deutschland. Darauf könnt Ihr wirklich stolz sein.“

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