Fachkräfte wünschen sich flexible Arbeitszeiten

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Josef Jost (rechts), Geschäftsführer von Balver Zinn, empfing Gudrun Schmitz-Raphael vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit, Sandra Pawels, Chefin der Iserlohner Arbeitsagentur, und Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag (von links).

Garbeck - Josef Jost, Geschäftsführer der Balver Zinn GmbH, geht bei der Suche nach Personal einen neuen Weg. Im Arbeitsmarktgespräch mit der Agentur für Arbeit und der SPD-Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag stellte er dar, wie schwer es ist, gute Mitarbeiter zu finden.

Auch der Balver Hersteller von Loten und Anoden aus unterschiedlichsten Legierungen sowie von Spezialdrähten für die Elektronikindustrie und Oberflächenveredelung muss immer häufiger feststellen, dass für Facharbeiter bei der Wahl des neuen Arbeitgebers neben dem Gehalt auch der – wie Josef Jost ihn nennt – Kuschelfaktor eine immer größere Rolle spielt. Nach seinen Erfahrungen wünschen sich Arbeitnehmer vor allem flexible Arbeitszeiten. „Es ist schwer, Facharbeiter auf das flache Land zu bekommen“, fasst Jost zusammen. Wenn sich diese dann für den Raum Balve entscheiden würden, wüssten auch Firmen aus der Region davon, die ihrerseits nichts unversucht ließen, Leute zu finden und abzuwerben, berichtet der Geschäftsführer von seinen Erfahrungen. Dadurch werde der „Kuschelfaktor“ erhöht.

Josef Jost bildet deshalb kontinuierlich aus, um den Personalstamm auf Dauer halten zu können. Zwölf Auszubildende gibt es zurzeit bei der Balver Zinn, für das neue Ausbildungsjahr wird noch ein Metalltechniker für Umform- und Drahttechnik gesucht. „Auch Mädchen dürfen sich bewerben“, ermuntert der Unternehmer, der auch durch Mundpropaganda versucht, Facharbeiter zu finden. Selbst Leiharbeitsfirmen hätten mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen, weiß er durch eine Zusammenarbeit.

Für sein Familienunternehmen, 1976 von seinem Vater gegründet, braucht Josef Jost gut ausgebildetes Personal. Mit 52 Produktgruppen von Loten, Anoden, Drähten und Oberflächenveredelung ist es weltweit tätig.

„Der Bewerber muss motiviert sein“, fordert er, der andererseits sein Haus auch in die Pflicht nimmt, und dieses nun offiziell als „familienfreundliches Unternehmen“ zertifizieren lässt. Es gelte, sich auf die modernen Zeiten in der Industrie einzustellen, an denen auch ältere Arbeitnehmer so lange wie sie mögen partizipieren sollen, betont Jost.

Mit der Auszubildendensuche in der Industrie kennen sich auch Sandra Pawels, Chefin der Iserlohner Arbeitsagentur, und Gudrun Schmitz-Raphael vom Arbeitgeberservice aus. Am Montag legten sie aktuelle Daten der Agentur für Arbeit vor: So sind in Menden und Balve 312 Stellen für 420 Bewerber gemeldet. 173 Stellen sind noch offen, 194 Bewerber unversorgt. Wie in den Jahren zuvor sind die kaufmännischen Berufe (55 Bewerber für 47 Stellen) stärker gefragt als die in der Fertigung und Produktion (109 Stellen für 126 Bewerber).

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