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Explosion im Kalkwerk Hönnetal: Fünf Arbeiter verletzt

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Von: Volker Heyn

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Bei Arbeiten in einem Silo für Braunkohlenstaub im Lhoist-Kalkwerk Hönnetal kam es zu einer Explosion. Zwei Schwerverletzte mussten mit dem Rettungshubschrauber in ein Bochumer Krankenhaus gebracht werden.
Bei Arbeiten in einem Silo für Braunkohlenstaub im Lhoist-Kalkwerk Hönnetal kam es zu einer Explosion. Zwei Schwerverletzte mussten mit dem Rettungshubschrauber in ein Bochumer Krankenhaus gebracht werden. © Stefan Deitel

[Update] Aus unbekannter Ursache kam es am Donnerstag, 21. April, gegen 8.45 Uhr bei Arbeiten an einem Silo für Braunkohlenstaub im Lhoist-Kalkwerk Hönnetal zu einer explosionsartigen Verpuffung. Zwei Männer mussten schwer verletzt ausgeflogen werden.

Balve/Menden - Das Silo sowie der daran angeschlossene Ofen waren zum Zeitpunkt der Arbeiten nicht in Betrieb, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte.

Bei dem Unfall erlitten nach Angaben des Unternehmens Lhoist zwei Personen eines Dienstleistungsunternehmens schwere Verletzungen und wurden nach einer Erstbehandlung durch Rettungskräfte vor Ort mit Rettungshubschraubern in ein Bochumer Krankenhaus ausgeflogen.

Immer wieder fiel brennbares Material von oben herunter und niemand konnte genau sagen, welche Menge noch im Silo darüber enthalten war. Ein Schaumeinsatz über die oberen Luken des Silos löschte das Feuer.
Immer wieder fiel brennbares Material von oben herunter und niemand konnte genau sagen, welche Menge noch im Silo darüber enthalten war. Ein Schaumeinsatz über die oberen Luken des Silos löschte das Feuer. © Stefan Deitel

Drei weitere leicht verletzte Personen eines zweiten Dienstleisters wurden durch Notärzte vor Ort erstversorgt. Weitere Personen wurden nicht verletzt.

Die Behörden wurden informiert. Der Unfallhergang werde durch die Polizei untersucht, teilte der Lhoist-Sprecher mit.

Irritation durch falschen Sirenenalarm

Die Freiwillige Feuerwehr Menden wurde per Sirene zum Einsatz gerufen, dabei sendete eine Sirene fälschlicherweise das Signal „Warnung der Bevölkerung“. Eine Gefahr für die Bevölkerung hatte aber nie bestanden. Nur eine einzelne Sirene löste mit dem falschen Warnton aus. Alle anderen Sirenen sendeten das Signal „Einsatz Feuerwehr“. Es handelte sich um einen technischen Defekt, erklärte die Feuerwehr, der nun intern aufgearbeitet werde. Da nicht klar war, wie sich diese Sirene bei einer erneuten Auslösung verhalten hätte, hatte man von der Entwarnung abgesehen. Dies hätte laut Feuerwehr vermutlich zu noch mehr Verwirrung geführt.

Der Feuerwehreinsatz war nach gut sechseinhalb Stunden beendet. Die Einsatzstelle konnte kurz vor Mittag an den Betreiber übergeben werden.

Die schwer verletzten Männer wurden mit dem Rettungshubschrauber ausgeflogen.
Die schwer verletzten Männer wurden mit dem Rettungshubschrauber ausgeflogen. © Stefan Deitel

Der Kalkproduzent Lhoist arbeitet nach wie vor an den Plänen zur Erweiterung seines Werks im Hönnetal. Die Abbaufläche soll um 16 Hektar vergrößert werden. Ursprünglich hatte das Unternehmen in ganz anderen Dimensionen geplant und wollte eine Erweiterung um bis zu 80 Hektar – gegen massiven Widerstand aus Teilen der Bevölkerung. Dieser Entwurf ist auch im aktuellen Entwurf zur Neuaufstellung des Regionalplans als Grundlage für weitere Abbauflächen festgeschrieben. Einwände gegen das Projekt werden derzeit von der Bezirksregierung Arnsberg geprüft, teilte die dortige Pressestelle auf Anfrage der Redaktion mit.  2019 wurden die Eisborner Bürgerinitiative (BGS) und das Bürgerforum unabhängig voneinander gegründet. Während die BGS als inzwischen eingetragener Verein jegliche Steinbrucherweiterung ablehnt, zeigt sich das Bürgerforum grundsätzlich gesprächsbereiter.

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