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Experte zweifelt: Hönnetal-Radweg als Panoramatrasse?

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Von: Julius Kolossa

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Der Wanderweg durch das Hönnetal nach Klusenstein, hier etwa 100 Meter vor Klusenstein, hat es an vielen Stellen in sich. Johannes Schmoll von den Eisenbahnfreunden Hönnetal fordert, diesen auszubauen und mit dem geplanten Radweg zu kombinieren.
Der Wanderweg durch das Hönnetal nach Klusenstein, hier etwa 100 Meter vor Klusenstein, hat es an vielen Stellen in sich. Johannes Schmoll von den Eisenbahnfreunden Hönnetal fordert, diesen auszubauen und mit dem geplanten Radweg zu kombinieren. © Kolossa, Julius

„Wieso reden wir über einen Radweg im Hönnetal, wenn wir nicht einmal einen sicheren Wanderweg von Binolen nach Klusenstein hinkriegen?“ Johannes Schmoll langjähriger Vorsitzender der Eisenbahnfreunde Hönnetal, kann die aktuelle Diskussion um einen Radweg von der Quelle des Flusses in Neuenrade bis zur Mündung bei Menden nicht nachvollziehen.

Balve - „Momentan ist es doch so: Wer zum ehemaligen Haltepunkt der Bahn in Klusenstein durch das Hönnetal wandern will, der braucht auf jeden Fall eine sehr gute Kondition“, sagt Schmoll. Seit Jahren werde der Wanderweg nicht mehr gepflegt, an manchen Stellen sei der Weg so eng, dass man lediglich noch einen Fuß vor den Fuß setzen könne. „Bis in die 1980er-Jahre führten Stege neben der Bahnstrecke entlang – das war eine sehr gute Lösung gewesen“, erinnert sich Schmoll.

Doch diese wurden mangels Pflege immer unsicherer, sodass sie schließlich abgerissen werden mussten. Seitdem wird neben der Hönne gewandert. Im Herbst und Winter macht das über die Ufer tretende Wasser eine Wanderung oft unmöglich, im Sommer dann der immer näher heranwuchernde Riesen-Bärenklau (Herkulesstaude). Berühren Menschen oder auch viele Säugetiere die Pflanze mit der Haut, führt dies zu schmerzhaften Quaddeln und Blasen, die nur schwer heilen und wie Verbrennungen erscheinen.

„Es sollte dieser vorhandene Weg ausgebaut werden – ja, das wäre ein Eingriff ins Naturschutzgebiet, doch eine solche Trasse für Wanderer und Radfahrer wäre reizvoll“, meint Schmoll. Er verfolgt die jahrelange Diskussion über einen Hönnetalradweg. Dabei geht es vor allem um den rund fünf Kilometer langen Abschnitt von Volkringhausen durch das Hönnetal nach Menden-Oberrödinghausen. Aufgrund der Enge des Tals in diesem Bereich ist die Realisierung eines Radwegs problematisch. Schon drei mögliche Trassenverläufe wurden von offizieller Seite vorgestellt – und mussten letztlich jeweils verworfen werden.

Johannes Schmoll kann auch dem vom Naturhistorischen Verein Hönnetal (NHV) jüngst gemachten Vorschlag, den Radweg auf diesen fünf Kilometern aufgeständert als Panoramaweg oberhalb der Bahntrasse verlaufen zu lassen, nichts abgewinnen. „Das ist sehr weit hergeholt“.

Schmoll, der am Berufskolleg in Bochum-Wattenscheid auch Eisenbahnrecht unterrichtet, hat zu diesem neuen Vorschlag noch einige Fragen: „Wie sieht es dann mit dem Brandschutz aus? Wie kann bei einem Unfall auf diesem Radweg geholfen werden? Was, wenn wieder Gefahrgut auf der Hönnetalbahn transportiert werden darf? Was, wenn die Hönnetalbahn demnächst elektrifiziert werden sollte?“

Er sieht die Zukunft der Hönnetalbahn positiv. Der Fortbestand der Strecke sei zunächst bis 2040 gesichert. Zudem gebe es Überlegungen die Attraktivität der Linie mit durchgehenden Zügen von Neuenrade bis Hagen und umgekehrt noch zu steigern. Damit sei dann auch die Überlegung, den Radweg im Bereich der Eisenbahntrasse verlaufen zu lassen, hinfällig.

„Ein großer Wurf für das Hönnetal und vor allem wirklich nachhaltig wäre es, den gesamten Straßenverkehr mit Autos und Schwerlastverkehr außen vor zu lassen.“ Schmoll meint, dass sich Fahrrad und Eisenbahn ergänzen würden: „Ich sitze als Erster auf dem Fahrrad, wenn solch ein Radweg hier entstehen wird.“ Dem vom NHV vorgeschlagenen Konzept einer überbauten Eisenbahnstrecke jedenfalls räumt er dabei keine Chancen auf Umsetzung ein.

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