Europawahl: So haben die Balver abgestimmt

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Balve - Die Europawahl 2019 hat in Balve mehr Bürgerinnen und Bürger als bei der Wahl 2014 dazu bewegt, wählen zu gehen. Etwa acht Prozent mehr als bei der vergangenen Wahl gaben ihre Stimme ab, darunter waren 1838 Briefwähler.

Zügig ging nach der Schließung der Wahllokale die Auszählung vonstatten, denn bereits nach dreißig Minuten lagen die Ergebnisse von fünf der 13 Wahllokale, darunter drei Briefwahllokale, vor. Verwaltungsmitarbeiter und Gäste, die die Wahl ab 18 Uhr im Besprechungsraum neben dem Sitzungssaal verfolgten, kommentierten die ersten Ergebnisse. So gab es ein Stirnrunzeln über die 8,72 Prozent für die AfD in Volkringhausen. 

Im weiteren Verlauf des Abends aber wurden die „Wahlbeobachter“ zufriedener: Die AfD fand im Stadtgebiet Balve die geringste Wählerschaft im Märkischen Kreis. „Jede rechte Stimme ist zu viel“, sagte dazu Thomas Vogtmann, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, zu unserer Zeitung. Er war einer von nur sechs Balvern, die den Weg ins Rathaus gefunden hatten. Das war sehr überschaubar für das Angebot, das die Balver Stadtverwaltung bei jeder Wahl anbietet. Dieses Mal liefen neben dem Großbildfernseher vier Computer, die von den sechs Besuchern für Eigenrecherche genutzt werden konnten. 

"Enttäuschung" für die SPD

Nach einer Stunde und 45 Minuten lagen alle Ergebnisse vor, so dass die anwesenden Politiker eine Bilanz ziehen konnten. „Das Ergebnis ist für uns eine große Enttäuschung“, so Thomas Vogtmann. „Die SPD hat es offensichtlich nicht geschafft, die Themen zu besetzen, die die Leute berühren.“ Dies hätten die Grünen besser geschafft, die es verstanden hätten, die „Friday for future“-Bewegung für sich zu nutzen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Cay Schmidt meinte, dass die Wahl keine reine Europawahl gewesen sei, sondern „eine Wahl mit bundespolitischem Einschlag.“ Die Sozialdemokraten in Balve, so fügten beide Politiker hinzu, lägen knapp unter dem Bundesergebnis – dieses sei schlimm genug. Sie wollten daraus aber keine Rückschlüsse auf die Kommunalwahlen im nächsten Jahr ziehen, obwohl sich für Vogtmann eine Entwicklung abzeichnete: „Es gibt keine Volksparteien mehr, denn alle großen Parteien liegen um 20 Prozent plus oder minus.“ 

Bürgermeister Hubertus Mühling, der die Europawahl als Stadtoberhaupt aus der ersten Reihe verfolgte, fasste den Abend aus seiner Sicht zusammen: „Es ist erfreulich, dass die Wahlbeteiligung auch in Balve gestiegen ist. Die Aufrufe, wählen zu gehen, haben offenbar Früchte getragen.“ Europa und auch Europa-Themen seien den Menschen wichtig gewesen; wahlentscheidend seien Klima- und Umweltschutz gewesen. Zu den Verlusten von CDU und SPD sagte er nur: „Die Schwerpunktsetzung der Themen war nicht ganz richtig.“ 

Vandalen an der Grundschule

Vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Alexander Schulte war gestern Abend keine Stellungnahme zu erhalten. 

Die Stellung bis zuletzt hielt im Rathaus der Wahlleiter Andreas Weber, für den der Wahltag schlecht begonnen hatte: „Wir mussten das beseitigen lassen, was Vandalen an der Grundschule in Balve angerichtet hatten.“ Zerbrochene Wodka-Flaschen, ein kaputt gemachter Zaun und Donuts, die in die Bäume geworfen worden waren, wurden vom Wahlvorstand beim Aufschließen des Wahllokals entdeckt. 

Wahl in Balve "gut gelaufen"

Doch bis zum Eintreffen der Wähler waren die Folgen dessen, was am Wochenende von Unbekannten angerichtet wurde, wieder weg. „Sonst ist diese Europawahl gut gelaufen“, bilanzierte Andreas Weber. 

Genügend Stimmzettel wurden an jedes Wahllokal geliefert, so dass 100 Prozent der Wahlberechtigten hätten wählen können. Auch die Wahlhelfer waren vollständig erschienen. Und dann gab es noch insgesamt fünf nicht Wahlberechtigte, die von den Wahlvorständen an den Wahlleiter gemeldet wurden, weil sie entweder in einer anderen Stadt gemeldet waren oder als EU-Bürger keinen Antrag auf diese Wahl gestellt hatten.

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