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Es geht um Lebenssinn und Tod: Anspruchsvolle Aufführung in Balver Pfarrkirche

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Von: Julius Kolossa

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Das fertig kostümierte Ensemble der Festspiele Balver Höhle vor dem Aufführungsort, der Balver Pfarrkirche St. Blasius.
Das fertig kostümierte Ensemble der Festspiele Balver Höhle vor dem Aufführungsort, der Balver Pfarrkirche St. Blasius. © Kolossa, Julius

„Jedermann“ bietet für jedermann etwas – davon ist Marie Neuhaus-Schwermann überzeugt. Sie führt Regie im gleichnamigen Stück von Hugo von Hofmannsthal (1874 bis 1929), in dem das Ensemble der Festspiele Balver Höhle durchaus schwere Kost darbieten wird. Immerhin geht es um den Sinn des Lebens und die Angst vor dem Tod.

Balve – In diesem Stück macht der reiche Herr Jedermann angesichts seines Sterbens diese Erfahrungen. „Und auch wir müssen und sollen uns mit diesen zentralen Themen Tod, Hochmut, Läuterung und Lebenssinn beschäftigen“, ist Neuhaus-Schwermann überzeugt.

Bei einem Pressetermin gab sie Einblicke in dieses Stück, das nach 17 Jahren erneut in der Balver St. Blasius-Pfarrkirche aufgeführt wird. Seinerzeit führte der mittlerweile verstorbene Werner Traud Regie.

Marie Neuhaus-Schwermann, die zum zweiten Mal die Spielleitung beim Winterstück des Festspielvereins hat, geht neue Wege: Der Jedermann wird von einer Frau dargestellt. „Ich habe bewusst hier einen Bruch gesetzt, weil ich die Hauptrolle nicht als Mann oder Frau, sondern vielmehr als Mensch sehe, dessen Wesenszüge dargestellt werden.“

Diese Rolle wird besetzt mit Michaela Butterweck. Und diese war – wie sie zugab – durchaus überrascht, als die Regisseurin bei der Rollenbesetzung ihren Namen bekannt gab. Seit inzwischen 18 Jahren spielt sie im Ensemble mit, was für Neuhaus-Schwermann den Ausschlag gab: „Michaela Butterweck ist eine großartige Schauspielerin und sehr vielfältig.“ Sie geht inzwischen in ihrer neuen Rolle auf: „Ein tolles und vor allem anspruchsvolles Stück.“

Regisseurin Marie Neuhaus-Schwermann, Festspielvereinsvorsitzender Lukas Koch und Thomas Gemke vom Kirchenvorstand werben für die „Jedermann“-Vorstellung.
Regisseurin Marie Neuhaus-Schwermann, Festspielvereinsvorsitzender Lukas Koch und Thomas Gemke vom Kirchenvorstand werben für die „Jedermann“-Vorstellung. © Kolossa, Julius

Mindestens zwei Stunden dauert die Spielzeit in der Balver Kirche: „Die Zuschauer werden nicht durchatmen können“, verspricht sei eine temporeiche Inszenierung.

Eine Bühne wird vor dem Altarraum aufgebaut, das Spiel der 35 Akteure im Alter von neun bis 70 Jahren mit viel Licht in Szene gesetzt. Neuhaus-Schwermann hat sich dabei Abwandlungen von der Originalversion, die 1911 in Berlin uraufgeführt wurde, erlaubt. „In diesem Drama, das ohne Musik angelegt ist, wird der Festspielchor auftreten.“ Ausgewählte Lieder werden gesungen.

Man darf auf ein interessantes Stück gespannt sein, in dem den Zuschauern auch Überraschungen serviert werden. So wurde beim Fototermin bewusst auf die Rolle Gottes als Richter von Jedermann verzichtet. „Wartet ab, wie diese Rolle besetzt wurde“, lässt sich die Regie nicht in die Karten blicken.

Beim Tod hingegen wurde auf ein bewährtes Mitglied gesetzt. Dirk Büchsenschütz spielt diesen: „Und dies hat er auch vor 17 Jahren getan.“ Dafür reist Büchsenschütz aus Wuppertal an. Motiviert sind alle Spieler und Spielerinnen, natürlich auch der Vorsitzende Lukas Koch. Dieser erinnert sich ebenfalls noch gut an den vergangenen „Jedermann“: „Damals habe ich die Lichttechnik übernommen.“ So soll es auch dieses Mal wieder sein. Koch hofft auf große Besucher-Resonanz in der Kirche. Maximal 200 Plätze können bei jeder der sechs Aufführungen besetzt werden.

Und während das Winterstück gerade in seine entscheidende Phase geht, können sich alle Ensemblemitglieder des Festspielvereins bereits auf das nächste Musical in der Balver Höhle freuen. Aus den Reihen des Vorstands war zu erfahren, dass „Pippi Langstrumpf“ aufgeführt werden soll. Dazu Lukas Koch auf unsere Nachfrage: „Dieses Stück haben wir zum ersten Mal im Jahr 2000 und dann im Jahr 2010 aufgeführt.“ Im Jahr 2001 wurde in der Höhle „Pippi in Taka-Tuka-Land“ gespielt. Das Kinderstück und alle weiteren Informationen dazu wollken die Festspiele Ende dieses Jahres vorstellen.

Aufführungen

„Jedermann“ wird jeweils ab 20 Uhr in der St.-Blasius-Kirche gezeigt: 4. und 5. November; 11. und 12. November; 18. und 19. November. Kartenpreise: 22 Euro (20 Euro ermäßigt, 15 Euro für Kinder bis 14 Jahren; Karten unter Tel. 0 23 75/10 30 und www.festspiele-balver-hoehle.de

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