Erste Ausbildungsbörse von Haupt- und Realschule

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Jürgen Herfeld von der Firma Rickmeier wollte die Jugendlichen für technische Berufe begeistern. ▪

BALVE ▪ Betriebe brauchen Auszubildende und Auszubildende brauchen Betriebe. „Wenn man sie so zusammenbringen kann, ist das nur gut“, sagt Hauptschulleiterin Ulrike Scholder zur ersten Ausbildungsbörse von Haupt- und Realschule, die gestern in der Aula des Schulzentrums stattfand. Sieben Unternehmen und die Agentur für Arbeit stellten ihre Angebote den Neunt- und Zehntklässlern vor.

Allerdings, so berichtet Lehrer Dirk Kunert, der das Berufsorientierungsbüro der Hauptschule betreut und die Börse zusammen mit Realschullehrer Rudolf Rüden organisiert hatte, waren 100 Betriebe angeschrieben worden. Dass die Resonanz so gering ausfiel, kann er nicht verstehen – schließlich heiße es bereits aus vielen Betrieben, dass Lehrlinge fehlten. Lediglich Unternehmen aus dem kaufmännischen und gewerblichen Bereich stellten ihre Ausbildungsberufe vor. Der soziale Sektor fehlte.

Weil die Mädchen und Jungen nicht mobil sind, schätzt Ulrike Scholder das Vor-Ort-Angebot. Balver Betriebe seien an Balver Jugendlichen interessiert und das würden sie durch ihr Kommen zeigen. Auch die Schüler waren sehr interessiert. An den verschiedenen Ständen versorgten sie sich mit Informationsmaterial, stellten Fragen und konnten auch selbst aktiv werden. Das Garbecker Unternehmen Rickmeier zum Beispiel stellte die technischen Berufe Zerspanungs- und Industriemechaniker sowie den kaufmännischen Beruf des Industriekaufmanns vor. Die Mitarbeiter hatten eine Drehmaschine mitgebracht, um die sich vor allem die Jungen versammelten. Dort zeigte Azubi Stefan Schwartpaul, wie Drehteile entstehen. Mit Schutzbrille auf der Nase durften die Jugendlichen auch selbst werkeln.

Jürgen Herfeld aus der Personalabteilung des Unternehmens berichtet, dass die meisten Azubis aus dem Hönnetal kommen – „von Neuenrade bis Menden, die meisten aus Balve“. Ulrike Scholder sagt: „Unter unseren Schülern heißt es, eine Ausbildung bei Rickmeier ist wie ein Sechser im Lotto.“ Der Weg dorthin führt in der Regel über ein Praktikum. Termine konnten gestern – an vielen Ständen – direkt vereinbart werden.

Michael Volmer ist überzeugt, dass auch Rickmeier profitiert: Das Unternehmen nutze die Chance, für sich werben, um auch dann gut dazustehen, wenn geburtenschwachen Jahrgänge kommen.

Die Mädchen interessierten sich für den Beruf des Hauswirtschafters, den der Schultenhof aus Leveringhausen vorstellte. Vor Ort zauberten die jetzigen Azubis selbstgemachte Nudeln mit Soße. Chefin Birgit Schulte sagt: „Für nächstes Jahr könnte ich wieder jemanden gebrauchen.“ Auch sie verteilte deshalb Flyer mit Infos zum Berufsbild.

Außerdem stellten die Stadtverwaltung, das Hotel Antoniushütte, die Provinzial Versicherung Terbrüggen, die Skiba proComputerTechnik GmbH und die Paul Müller GmbH ihr Ausbildungsangebot vor. ▪ Annabell Niemand

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