Ernte mit Seltenheitswert: Elsbeeren tragen Früchte

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Der Forstbetriebsbeamte Norbert Tennhoff erntet die Früchte der Elsbeeren in Höveringhausen. ▪

HÖVERINGHAUSEN ▪ Erntezeit in Höveringhausen: Kleine rotbraune Früchte hängen an den fünf Elsbeeren in dem Waldstück von Günter Schmoll. Der Forstbetriebsbeamte Norbert Tennhoff und seine Mitstreiter sind fleißig am Ernten. Die Laubbaumart ist äußerst selten. Dass sie blüht und Früchte trägt, kommt ebenso selten vor. Damit die Elsbeere in Zukunft wieder häufiger in heimischen Wäldern zu finden ist, wird die Ernte zur Forstgenbank gebracht.

Die Elsbeere ist anspruchsvoll. „Sie besiedelt besondere Standorte: nährstoffreiche, warme und trockene Böden“, erklärt Norbert Tennhoff die Seltenheit des Baums, der zur Familie der Rosengewächse zählt. Die Elsbeeren im Raum Balve kann er an zwei Händen abzählen. Die fünf Exemplare in Höveringhausen haben eine weitere Besonderheit: „Sie sind die einzigen im ganzen Revier, die geblüht haben und jetzt Früchte tragen.“ Günter Schmoll hatte sie vor etwa zehn Jahren gesetzt. Jetzt hängen die Äste zum ersten Mal voller Dolden.

Nicht umsonst wurde die Elsbeere zum Baum des Jahres gekürt. All das unterstreicht den Seltenheitswert dieser Ernte und erklärt das Interesse der Forstgenbank NRW in Arnsberg-Obereimer an den Früchten. Sie ist spezialisiert auf den Erhalt seltener Baum- und Straucharten. Norbert Tennhoff berichtet, dass die Früchte dort aufbereitet werden und aus den Samen neue Setzlinge entstehen. Im kommenden Frühjahr sollen Elsbeeren auch im städtischen Wald angepflanzt werden.

Ansonsten könnte man von den Früchten Gelee machen. Kenner schätzen den Edelbrand aus ihnen. Auch Vögel mögen die Früchte. „Eichelhäher und Drossel ernten auch schon fleißig, deshalb müssen wir uns jetzt beeilen“, sagt Tennhoff. ▪ Annabell Niemand

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