Krankenhaus: Die Entscheidung ist gefallen

Geschäftsführer Wülle, der ärztliche Direktor Dr. Berghoff, die kaufmännische Direktorin Marton und die Pflegedirektoren berichteten Anfang Dezember über die dramatische Lage.

BALVE ▪ Eine Entscheidung steht seit Freitagnachmittag, am Samstagmorgen soll zunächst die Belegschaft informiert werden, welchen Beschluss die Gesellschafterversammlung der Katholischen Hospitalvereinigung zum St.-Marien-Hospital in Balve gefasst hat. Die Mitglieder des Gremiums seien solange zur Verschwiegenheit verpflichtet, bis die Krankenhausmitarbeiter informiert seien, hieß es.

Der Verwaltungsrat der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis hatte vor zwei Wochen „aufgrund der wirtschaftlichen Situation des Gesamtkonzerns“ mehrheitlich beschlossen, den Gesellschaftern die Schließung des Krankenhauses zu empfehlen. Damit war er dem Ergebnis des Gutachtens der Firma Admed gefolgt, die dieses im Auftrag der Hospitalvereinigung erstellt hatte. Das Gutachten hatte ergeben, dass das St.-Marien-Hospital wirtschaftlich nicht mehr tragbar ist.

Das Unternehmen hatte für den Standort Balve verschiedene Szenarien geprüft – unterm Strich mit dem Ergebnis, dass das Haus auch durch eine Spezialisierung nicht mehr zu retten sei.

Die Mitarbeiter des Krankenhauses, die einer Entscheidung schon seit Wochen mit Bangen entgegen sehen, waren auch erst kurzfristig zum Ende der Woche über die Mitarbeiterversammlung informiert worden.

Thomas Wülle, Geschäftsführer des Klinikverbandes, hatte bei der Bekanntgabe des Gutachter-Ergebnisses Mitte Januar erklärt, dass bei einer Schließung möglichst viele der rund 100 Mitarbeiter des Krankenhauses auf die anderen Häuser in Menden und Iserlohn verteilt werden sollen. Ziel sei es, so sagte Wülle, so wenige Entlassungen wie möglich vorzunehmen.

Wie aus gut informierten Kreisen bekannt wurde, war bei den Bemühungen um den Erhalt des Balver Krankenhauses das Klinikum Arnsberg als ein Übernahmekandidat gehandelt worden. Richard Bornkessel, Pressesprecher des Arnsberger Klinikums, wollte eine Übernahme auf Nachfrage weder bestätigen noch dementieren.

Als die drohende Schließung Anfang Dezember vergangenen Jahres erstmals bekannt wurde, hatte die Bevölkerung mit großem Protest reagiert.

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