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Energiekrise: Kirchen drehen die Heizung runter

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Von: Julius Kolossa

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Die St.-Blasius-Pfarrkirche in Balve: Auch hier wird die Temperatur in den Wintermonaten auf zwölf Grad gedrosselt.
Die St.-Blasius-Pfarrkirche in Balve: Auch hier wird die Temperatur in den Wintermonaten auf zwölf Grad gedrosselt. © Kolossa, Julius

Heizen wird teurer – wer es im Winter zu Hause weiterhin angenehm warm haben will, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen, um die Rechnung zu bezahlen.

Diese steigenden Kosten machen auch vor den Kirchentüren des Pastoralverbundes Balve-Hönnetal nicht nicht halt. Auch hier machen sich die Verantwortlichen längst Gedanken, wie sich Gas einsparen und damit die Heizkosten reduzieren lassen.

Deshalb soll es in den Gotteshäusern im nächsten Winter „kühler, aber noch erträglich werden“, wie Markus Hablowetz, Verwaltungsleiter vom Pastoralverbund Balve-Hönnetal, im Gespräch mit der Redaktion erläuterte. Aber sein Ausblick auf die kommenden kalten Monate dürfte einige regelmäßige Kirchgänger dennoch erschaudern lassen. Wurden die Kirchen im Pastroralverbund in den Wintermonaten in der Regel auf 15 Grad beheizt, soll es künftig „nicht kälter als zwölf Grad während der Messe sein“. Denn, so Hablowetz: „Es gilt auch für uns, die Energiekosten in den Griff zu kriegen.“

14 Gotteshäuser im Pastoralverbund

Das, was im Pastoralverbund mit 14 Kirchen und Kapellen kostentechnisch auf die etwa 9000 Katholiken zukommt, das sei für alle eine große Herausforderung. „Die Energiekosten sind ein Thema, das in der nächsten Sitzung unseres Finanzausschusses auf die Tagesordnung kommt“, sagte Hablowetz. Hierzu treffen sich am 6. September die geschäftsführenden Vorstände der Kirchenvorstände.

„Aber auch das Netzwerk in den Gemeinden und unser Pastoralteam entwickeln ihre Meinungen dazu“, stellte der Verwaltungsleiter fest. „Eine feste Aussage, welche Richtung eingeschlagen wird, wird im September bekannt gegeben.“

In den Pfarrheimen soll niemand frieren müssen

Wie hoch die jährlich anfallenden Energiekosten in allen zum Pastoralverbund gehörenden Kirchengebäuden, aber auch in den Pfarrheimen bisher waren, dazu wollte Hablowetz auf Nachfrage keine Angaben machen.

Anders als für die Kirchen, gibt es für die Pfarrheime noch keine Vorgaben des Pastoralverbundes. Wie stark die Heizungen hier aufgedreht werden, dies sei Aufgabe der Gremien, die zu einer Einigung finden müssen, erklärte Hablowetz. Allerdings gilt der Grundsatz: „Man sollte sich in den Räumen gut aufhalten können.“

Wärmeräume für Bürger eine Option

Bürger, die die explodierenden Heizkosten nicht zahlen und deshalb in ihren Wohnungen frieren müssen, möchte der Pastoralverbund unterstützen. „Wem es zu kalt ist zu Hause, dem könnten wir von der Kirche sogenannte Wärmeräume anbieten“, sagte Hablowetz. In größeren Städten gibt es solche Einrichtungen schon länger. Die Wärmeräume haben zu bestimmten Zeiten geöffnet und dienen dann als Zufluchtsort für alle Frierenden. Mit der Energiekrise könnten Wärmeräume nun also auch bald im heimischen Pastoralverbund geschaffen werden. „Im Detail müssen wir dieses Vorhaben allerdings noch besprechen“, so Hablowetz abschließend.

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