Martin Hufelschulte: Vom Elektroniker zum Priester

+
Martin Hufelschulte ist seit November in Balve.

BALVE - Seinen ersten Schultag hat Martin Hufelschulte am Dienstag in Beckum hinter sich gebracht. Der 37-Jährige hat damit als Schul- und Diakonatspraktikant im Pastoralverbund Balve-Hönnetal den Praxisteil seiner Ausbildung zum Priester begonnen.

 „Das war eine neue Erfahrung“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Seit Anfang November ist er in Balve tätig – sowohl für den Pastoralverbund, als auch für den Priesteranwärter ist dies Neuland.

„In Balve habe ich vor etwa 15 Jahren in der Höhle Schützenfest gefeiert“. So war ihm die Hönnestadt nicht ganz unbekannt, als ihm diese nach seinem vierjährigen Theologiestudium in Lantershofen bei Ahrweiler für seine weitere Ausbildung zugewiesen wurde. Bis dahin war es ein langer Weg, den Martin Hufelschulte schon hinter sich gebracht hat. Mit 17 Jahren ließ er sich zum Energieelektroniker ausbilden, und war zuletzt für den Bereich Flurentschädigungen beim Bau von Überlandleitungen zuständig. „Im Laufe der Jahre ist aber die Berufung stärker gewachsen, als die Bedeutung meines erlernten Berufes“, blickt Martin Hufelschulte zurück. Aufgewachsen als jüngstes von vier Kindern auf einem Bauernhof in Werl-Westönnen, war er lange Zeit in der Ministrantenarbeit und als Küster in der St. Cäcilia-Gemeinde tätig.

„Ich musste die Weichen für meinen weiteren Lebensweg stellen“, sagt Hufelschulte, der sich unter anderem in Rom und Lourdes dafür eine Auszeit nahm. Und erst neun Monate vor seiner Priesterausbildung informierte er seine Familie: „Diese waren überrascht, standen und stehen aber hinter mir.“ Mit 32 Jahren begann er sein Studium in Lantershofen, einem Haus für Spätberufene aus allen deutschen Bistümern. Mit ihm fingen elf weitere Männer des Jahrgangs 2009 an. Martin Hufelschulte: „Vorausgegangen waren Aufnahmegespräche über meine Beweggründe.“

Doch zunächst stand wieder das Lernen an: „Die ersten sechs Monate waren am Schwierigsten – ich musste lernen, neu zu lernen.“ Dann aber, nach den ersten Seminaren in Latein, Kirchengeschichte, und natürlich auch Altes und Neues Testament, begann der Spaß am Studium. Zwölf Trimester wurden in Lantershofen absolviert, und dies mit Gleichgesinnten, die ebenfalls erst im Berufsleben ihre wahre Berufung erfahren haben.

Martin Hufelschulte hat für die kommenden zwei Jahre in Balve ein Zimmer im Gesundheitscampus Sauerland bezogen: „Eine Regelung der Gemeinde mit Ingo Jackschies.“ Und sein erster Eindruck von Balve: „Ich bin sehr gut aufgenommen worden.“ Pastor Stefan Siebert steht ihm als Mentor zur Seite in den zwei Jahren, für die Hufelschulte sein Anliegen so formuliert: „Ich möchte auf dem Weg bis zur Priesterweihe in zwei Jahren alle Bereiche des Gemeindelebens und bis dahin viele Menschen kennen lernen.“

Diese sollen ihm auch auf dem nächsten Schritt zum Priester begleiten: „In der St. Blasius-Kirche werden ich am 10. Mai 2014 zum Diakon geweiht.“ - Julius Kolossa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare