Naturschützer: Erweiterung des Kalkabbaus ist "herber Verlust für die Natur"

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Der Steinbruch in Asbeck soll erheblich größer werden.

Eisborn – Dreck, Lärm und Naturzerstörung: Die Kritik ist groß an der geplanten Erweiterung des Kalkabbau-Gebiets. Die Naturschützer nutzen die Pläne für eine weitere Forderung.

Skepsis und Kritik am geplanten Ausbau des Kalkabbaus im Steinbruch zwischen Asbeck und Eisborn kommt nicht nur von den betroffenen Anwohnern, die mehr Lärm und sinkende Werte für ihre Immobilien in der Nachbarschaft des Steinbruchs Asbeck befürchten. Auch der Naturschutz spielt bei der Kritik eine große Rolle. 

Der Naturhistorische Verein Hönnetal sieht die geplante Erweiterung um 86 Hektar in Richtung Beil ebenfalls sehr kritisch. „Es handelt sich um eine in das Landes-Biotop-Kataster aufgenommene Fläche. Insbesondere der Bestand an alten Buchen, die auch als Fledermausquartier dienen, würde einen herben Verlust für die Natur darstellen“, betonen Adalbert Allhoff-Cramer und Andreas Kolarik, Geschäftsführer und Vorsitzender, in einer Stellungnahme des Vereins. Aus der Sicht des Naturschutzes sei die Beibehaltung des Status quo die beste Lösung. 

Erweiterung sichert Standort

Die Lhoist-Gruppe, die den Kalkabbau in Eisborn betreibt, hatte jedoch betont, dass eine Erweiterung nötig sei, um den Standort – und somit Wirtschaftskraft und etliche Arbeitsplätze – für die nächsten 30 Jahre zu sichern. Denn nur in dem Gebiet, das erschlossen werden soll, befinde sich der qualitativ hochwertige Kalkstein. 

„Wir begrüßen die Bereitschaft der Lhoist-Gruppe zum Dialog“, schreiben die Naturschützer. Aber: „Leider wurden bisher keine Vertreter des Naturschutzes mit eingeplant. Wir regen deshalb an, dass auch Vertreter der verschiedenen Naturschutzvereine und -verbände mit am Runden Tisch sitzen.“ Bei diesem Runden Tisch sollen sieben Bürger aus Eisborn und Asbeck, drei Mitarbeiter aus dem Lhoist-Werk und drei Mitarbeiter aus dem Rathaus eine einvernehmliche Lösung für das Projekt finden. 

Radweg auf der B515

Die Planung nehmen die Naturschützer zum Anlass, nochmal eine „weitsichtige Verkehrsplanung im Hönnetal“ zu fordern – und sich für die Umwidmung der B 515 zwischen Sanssouci und dem Abzweig Asbeck zur Radroute mit Anliegerverkehr auszusprechen. „Die Lhoist-Gruppe bitten wir deshalb, ihre Planungen für den weiteren Kalkabbau so vorzunehmen, dass sie die künftige Trassenführung durch ihr Gelände nicht behindern, sondern fördern“, appellieren die Naturschützer. 

Für einen Radweg auf der B 515 sprechen laut Verein folgende Gründe: „Das Unfallaufkommen im Hönnetal ist trotz aller Verkehrssicherungsmaßnahmen unverändert hoch. Durch eine neue Trassenführung würde der Verkehrsfluss der B 515 zwischen Balve und Menden deutlich beschleunigt“. Und zum Thema Naturschutz sagt der Verein: „Das mittlere Hönnetal steht nahezu vollständig als FFH-Gebiet unter Naturschutz. Die stark befahrene Bundesstraße durch das extrem enge Hönnetal ist mit dem Naturschutz auf lange Sicht nicht vereinbar.“ 

Volkringhausen und Beckum entlasten

Daher sei ein Radweg neben der B 515 als Querverbindung zwischen Ruhrtalradweg und Lenneroute nicht möglich, ohne FFH-Gebiete zu beeinträchtigen. Die Trasse der Bundesstraße werde deshalb für den Radverkehr benötigt. „Das Hönnetal gewinnt durch die vorgeschlagene Umgehung“, betont der Verein. Und Volkringhausen und Beckum würden verkehrsmäßig entlastet.

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