„Eisborn Helau“: Schwarzer Humor und „Ette auf Jück“

Schminken mal ganz anders: Dass auch Nutella und Ketchup zum Einsatz kommen können, erfuhr das Publikum am Sonntag.

Eisborn -  „Ette geht auf Jück“, lautete das Motto der großen Karnevals-Veranstaltung der katholischen Frauengemeinschaft Eisborn. Mehr als 100 Frauen nahmen am Sonntag in der Schützenhalle daran teil.

Von Julius Kolossa

Getreu dem Motto war die Halle dekoriert: Mit Ausdrücken, die nur echten Sauerländern – und vielleicht noch den Nachbarn aus dem Ruhrpott bekannt sein dürften: „Schlafanzuch“, „Polter“ oder – diese Aufforderung erging an DJ Tobias Pröpper – „Machma Lalla“. Ganz anders sah es dagegen auf der Bühne aus: Dort wurde Klartext gesprochen – bis die Lachtränen kamen.

Aus der Seele aller Frauen sprach „Cilli Alperscheid“. In diese Rolle war Wolfgang Mette aus Heggen geschlüpft. In Frauenkleidung – fast zwei Meter groß – mischte er sich unter die Frauen und berichtete aus dem Alltag. Souverän setzte er die Pointen – und nahm als Dankeschön Naschereien mit nach Hause: „Das ist ja was Schönes für die Hüften.“

Kfd-Mitglied Marie-Theres Schulte führte durch das Programm, zu dem nach jedem Auftritt „Raketen“ und die Hochrufe: „Eisborn Helau, kfd Helau!“ gehörten. Gerne nahmen die jungen Eisborner Mädels diese närrischen Grüße mit nach Hause: Sie waren als „Flugbegleiterinnen“ der „Käpt‘n Blaubär-Airline“ unterwegs und nahmen das Weibsvolk vom Eisborner Flughafen aus mit auf Reisen.

Schwarzen Humor hatte Bestatterin Renate Droste zu bieten. Sie klagte: „Die Stammkunden bleiben aus.“ So werde gemeinsam mit Ikea die neue Sarggeneration entwickelt: „überall verspiegelt – ohne toten Winkel.“ Sie traf damit den Humor des Publikums, auch als sie erklärte: „Leichenreden sind Führungszeugnisse fürs Jenseits.“

Alles gaben die Hofstaatdamen mit Schützenkönigin Tanja Danne beim „Luftpumpenkonzert.“ Dabei hatte Dirigent Kevin das ganze Ensemble sehr gut im Griff und gab gekonnt die Einsätze. Wenig später zeigte sich: Wenn zwei Frauen das gleiche tun, dann ist das noch lange nicht das selbe; es kommt auf winzige Details an. Eine macht sich mit Schminkspiegel, Make-Up, Puder, Lippenstift und Parfüm schön. Die andere ist diesbezüglich etwas robuster: Sie betrachtet ihr Spiegelbild in einen Topfdeckel, nimmt Margarine als Grundlage fürs Make-up und Mehl als Puderersatz. Die Gute trägt Nutella anstelle von Rouge und Ketchup als Lippenstift auf. Das heiß geliebte Maggi sorgt schließlich für eine ganz besondere Duftnote, zu der das Toilettenpapier als kunstvoll drapierter Schal passt. Das Publikum war von dieser Auswahl begeistert – sogar die Darstellerinnen mussten sich das Lachen verkneifen.

Ganz modern ist sicherlich ein Bewerbungsgespräch mit Lügendetektor. Doch für den Chef war es peinlich, als das verräterische „Tröt“ auch bei seinen Äußerungen zu hören war. Etwas fürs Auge gab es beim „Straußentanz“ bei Schwarzlicht, der von Volkringhausener Frauen präsentiert wurde. Zum Abschluss sorgte das Trommlerkorps Eisborn mit dem „Gute Laune-Mix“ für Stimmung.

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