Alte Probleme neu verpackt

Die Folie aus der Präsentation von Horst Schönweitz vom Planungsbüro Pesch und Partner zeigt genau, wo in der Balver Innenstadt Handlungsbedarf besteht. - Grafik: Pesch und Partner

BALVE -  „Balve ist eine Selbstversorger-Gemeinde, in der 33 Betriebe in der Innenstadt 23 Prozent der Verkaufsfläche einnehmen – an der Hönnetalstraße sind es 10 Betriebe, deren Anteil 38 Prozent ausmacht“, stellte Monika Kollmar, GMA-Köln, am Dienstag das Ergebnis ihrer Analyse für die Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts in Balve vor.

Von Julius Kolossa

Dies waren die aktuellen Entwicklungen, die die etwa 40 Teilnehmer dieser Veranstaltung im Ratssaal hören wollten – enttäuscht waren sie von der Wiederholung der sich anschließenden Resultate des Handlungsentwicklungskonzepts vom Planungsbüro Pesch und Partner.

Da gab es nichts Neues, was Niklas Förstemann und Horst Schönweitz in ihrer perfekt ausgearbeiteten Präsentation darboten: Balve ist sehr gut an den ÖPNV angebunden, hat viele Parkplätze, eine klare Stadtstruktur entlang der Hauptstraße, aber es fehlt bei allen Einzelhändlern und Dienstleistern ein „Magnetbetrieb“, der die Kunden anzieht. Auch dass der Straßenzustand und die Beschilderung zu überarbeiten sind, ist bekannt sowie die Anlage von fußgänger- und seniorenfreundlichen Wegen und auch Radwegen. Ausführlich diskutiert wurde im vergangenen Jahr in den beiden Balver Bürgerforen über die Gestaltung des Drostenplatzes als zentralen Anlaufpunkt der Stadt und entsprechendem Handlungsbedarf. Dass all das etwas neu verpackt wieder auf den Tisch kam, sorgte für Unzufriedenheit unter den teilnehmenden Einzelhändlern. Diese hätten konkretere Aussagen erwartet, und dies, nachdem der Rat der Stadt dem gesamten Konzept im vergangenen Jahr zugestimmt hat. Jetzt wurden zumindest Hinweise auf erste absehbare Resultate erwartet.

Was kam: „Jetzt werden die Analyse und die Rahmenplanung konkretisiert, dann Workshops mit allen Beteiligten durchgeführt“, so Horst Schönweitz. Weiter geht es mit der Ausarbeitung des integrierten Handlungskonzeptes mit Finanzierungsplan und anschließendem Antrag für die Städtebauförderung.

„Es geht heute um eine Bestandsaufnahme und Anregungen, wie sich unsere Stadt in Zukunft entwickeln kann“, betonte Bürgermeister Hubertus Mühling. Fortgeschrieben wird das Einzelhandelskonzept aus dem Jahr 2006, für das im Mai 480 Kunden von Realschülern im Auftrag der GMA interviewt worden waren, wie Monika Kollmar feststellt. Anlässe dafür waren die Überlegungen zur Ansiedlung eines Supermarktes auf dem Drostenplatz und Anfragen auf Erweiterung von Märkten an der Hönnetalstraße.

Das Kaufverhalten weise darauf hin, dass hier überwiegend Nahrungs- und Genussmittel sowie Artikel für Gesundheit und Köperpflege gekauft werden. Für Schmuck, Schuhe, Mode, und Brillen wird in die Innenstadt gefahren. Zukünftig stärker nachgefragt wird in vielen Bereichen im Internethandel. Wo noch Potential für Sortimentserweiterung- oder umstellung ist, das soll in zwei Arbeitskreisen besprochen werden. Vorstellung und Diskussion der Analyse ist für den 20. März, die Konzeptempfehlung am 8. April vorgesehen. Alle an diesem Informationsabend vorgetragenen Ergebnisse sind unter www.balve.de nachzulesen.

Und dann ist am 25. Juni der Rat gefragt, der sich in seiner konstituierenden Sitzung auch mit dem Konzept beschäftigen muss.

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