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Einzelhändler unzufrieden mit Weihnachtsgeschäft: „Anders vorgestellt“

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Von: Julius Kolossa

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Nicht zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft: Elke und Rolf Biggemann, die ein Optik-, Schmuck- und Juweliergeschäft in Balve betreiben.
Nicht zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft: Elke und Rolf Biggemann, die ein Optik-, Schmuck- und Juweliergeschäft in Balve betreiben. © Kolossa, Julius

„Die Vorweihnachtszeit haben wir uns anders vorgestellt, und zwar für uns als Verein, aber auch für unsere angeschlossenen Einzelhändler.“ Daniel Pütz, Vorsitzender der Balver Werbegemeinschaft, ist nicht zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft. Aus der Sicht der heimischen Händler sei es viel zu ruhig verlaufen.

Balve - „Eine zentrale Anlaufstelle für die 2G-Kontrolle mit Ausgabe entsprechender Bändchen hat sich für die vier uns angeschlossenen Einzelhändler als zu großer Aufwand erwiesen“, sagt Pütz. Stattdessen werde der Impf- beziehungsweise Genesungsstatus jeweils vor Ort in den Läden kontrolliert.

So auch bei „Needful things“ an der Hauptstraße, deren Inhaberin Helena Hauerhof allerdings kein Mitglied der Werbegemeinschaft ist. Seit 14 Jahren verkauft sie Damen- und Herrenbekleidung in ihrem Geschäft. „Kontrolle auf 2G muss sein, und das in Verbindung mit Personalausweis“, achtet sie auf die Einhaltung der Vorschriften. Für Hauerhof sind diese nachvollziehbar und auch wichtig: „Meine Kunden haben sich daran gewöhnt.“

Auf ihre Kunden könne sie sich auch im zweiten Pandemie-Jahr weiterhin verlassen. Allerdings will Hauerhof in dieser für viele Menschen schwierigen Zeit festgestellt haben: „Vorfreude auf Weihnachten ist vielen Kunden nicht anzusehen.“ Vielmehr merke sie; dass die Leute allgemein zurückhaltender seien. „Der Dezember war vor der Corona-Pandemie immer der umsatzstärkste Monat im Jahr – jetzt ist es ein ganz normaler Monat. Erst seit einer Woche zeichnet sich ab, dass nach und nach mehr Kunden kommen.“

Für Hauerhof sei der Dezember 2021 ein „so ruhiger Dezember, wie ich ihn noch nie erlebt habe“. Sie wünscht sich: „Dieser Wahnsinn soll so schnell wie möglich vorbei sein, damit wir wieder unser normales Leben weiterführen können.“ Bis dahin gelte es, sich und andere weiter zu schützen.

„Die Stimmung ist verhalten“, erzählt Rolf Biggemann, Ehrenvorsitzender der Werbegemeinschaft. „Es ist viel ruhiger als in den Vorjahren – es fehlen der Weihnachtsmarkt und die Adventshütten“. Auch die deutliche Zunahme des Verkehrs in Balve seit der Sperrung der Autobahn 45 mache sich negativ bemerkbar. „Bei einem solchen Verkehrskollaps fährt kaum noch einer gerne nach Balve“, meint Biggemann. Die Kundenfrequenz sei in seinem Optik-, Schmuck- und Juweliergeschäft an der Hauptstraße verhaltener als in den vergangenen Jahren. „Einkaufen soll ein Genuss sein, macht dieses Mal aber nicht viel Spaß.“

Für die Weihnachtsstimmung hält Vincenza Collard in ihrem „Blumenstübchen“ an der Hauptstraße eine Vielzahl von Blumen bereit. „Die Amaryllis ist in dieser Jahreszeit eine der begehrtesten Blumen.“ Bei b+b fashion and living an der Hauptstraße sucht die Kundschaft gezielt nach Geschenken. „Die Leute sind verhaltener geworden“, hat Mitarbeiterin Marita Bathe festgestellt.

Für Daniel Pütz hält die bisherige Situation noch einiges an Unsicherheit bereit: „Man hat die Angst im Nacken, dass ab Januar ein neuer Lockdown angeordnet wird.“

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