Einsichten in die dunklen Seiten des Lebens

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Das Publikum in der ausverkauften Balver Höhle erlebte einen überaus vergnüglichen Abend mit den Mörderischen Sauerländern. ▪

BALVE ▪ Das Sauerland ist mörderisch und hat seit Freitagabend auch eine regionale Hölle. In der ausverkauften Balver Höhle gastierte auf Einladung der Festspiele Balver Höhle die Autorengruppe Mörderische Sauerländer, die sich für ihr Programm „Mörderische Landpartie“ etwas ganz Besonderes ausgedacht hatte.

Die Krimiautoren funktionierten den linken Höhlenarm des Felsendoms um in die „Balver Hölle“ und agierten als Laiendarsteller in ihren szenischen Darbietungen auf zwei Bühnen. In der Hölle wurden die Delinquenten, Mörder und Kleinkriminellen von der Teufelin Carla Satana (Ulrike Spieckermann) und ihrer Sekretärin Frau Beelzebub (Gabi Schumann) empfangen. Doch bevor die Mörder die Pforte der Hölle durchschritten, durften sie noch zu Protokoll geben, wie es zu den Verfehlungen in ihrem Leben gekommen war. Hierbei wurden dem Publikum auf der Hauptbühne Einsichten in die dunklen Seiten des Lebens gegeben. Mord macht auch vor den Türen der adeligen Gesellschaft nicht halt und ebenso wurden die Zuschauer Zeugen von Morden aus Habgier, Eifersucht oder Egoismus. Da wollte Albertina Gräfin von Eichenlaub (Uta Baumeister) im Schloss Orlebach ihren Neffen und Springreiter Rudolf von Gibnichtruh (Frank Kallweit) testen, ob er auch würdig für das große Erbe sei. Natürlich endete dies tödlich. Die LKW-Fahrer Klaus (Jürgen Luga) und Erich (Erika Thole) machten in einer anderen Szene am Ende ihrer Fahrt eine schlimme Entdeckung. Die Leiche eines Reporters gab Rätsel auf und die beiden mussten sich in der Hölle für ihr Verhalten rechtfertigen. Dem Publikum wurde aber nicht alles verraten – die Autorengruppe, deren gespielten Szenen sich auf die Kurzkrimis ihrer bisher vier erschienenen Bücher „Mörderische Sauerländer“ bezogen, improvisierte immer wieder und ließ das Publikum mitraten.

Rechtfertigen mussten sich schließlich drei Damen aus dem Publikum. Sie wurden von der immer agilen Landfrau Alwine Brömmelkamp (Gabi Strötgen) ausgewählt, um sich auf der Bühne um eine Stelle als Bäuerin zu bewerben. Denn Bauer Paul (Frank Kallweit) wurde von seiner Mutter (Birgit Lesniak) gedrängt, sich endlich eine Frau zu suchen. Diese Improvisation auf der Bühne kam wie überhaupt das gesamte Programm sehr gut an. Schließlich hatte Bauer Paul bei jeder Dame mit einem anderen Leiden zu kämpfen, welches ihm das Publikum zugeschrieben hatte.

Zahlreiche Lachsalven ließen die Akteure gerne über sich ergehen, bevor es in die Pause ging. Hier sorgte deftige Sauerland-Kost vom warmen Buffet für Stärkung für die zweite Programmhälfte. Die Mörderischen Sauerländer legten noch einmal richtig los. Mord aus Eifersucht, weil der Ehemann beim Tangotanzen nicht ganz treu bleiben konnte, oder das natürliche Ableben während eines Einbruchs eines rüstigen Seniorentrios sorgten für spannende Abwechslung.

Zum Schluss wurde das Publikum noch einmal mit einbezogen. Auf Zetteln durfte jeder schreiben, was er seinem ärgsten Feind wünscht – und aus dieser Zettelsammlung spielten die Akteure auf der Bühne eine Improvisation, in der zahlreiche der schlechten Wünsche wieder auftauchten – sehr zum Vergnügen des Publikums. ▪ paul

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