Polizei um Prävention bemüht

Eine Million Euro abgeräumt: Telefonbetrug ein immer größeres Problem im MK

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„Die Polizei fragt niemals persönlichen Daten am Telefon ab, oder ruft an, um vor Überfällen zu warnen!“ Hauptkommissar Michael Schneider vom Kommissariat Kriminalprävention der Polizei im Märkischen Kreis fand klare Worte.

Langenholthausen – Schneider sprach am Mittwochnachmittag vor rund 30 Senioren, die er in der Sokola.de in Langenholthausen über Gewinnversprechen, Enkeltrickmaschen und falsche Polizisten als Telefonbetrugsversuche aufklärte. 

„In diesem Jahr sind im Märkischen Kreis nur von Januar bis Juli 850 Anrufe angezeigt worden“, nannte Schneider eine beeindruckende Zahl. Pro 100 Anrufe seien bis zu zwei erfolgreich – und das lohne sich dann auch meist für die Täter. So hätten sie in einem Fall gleich eine Million Euro abgeräumt. 

Fälle häufen sich seit vier Jahren

Seit vier Jahren häuften sich im Kreisgebiet die Anrufe von Betrügern, die sich als falsche Polizisten oder auch Staatsanwälte ausgeben und die viel Zeit in die Überzeugung ihrer Opfer investieren. „Diese Callcenter sind in der Masse in Richtung Türkei verortet“, berichtete Schneider. „Die Abholer in der Nähe sind nur kleine Fische, die nichts über die Hintermänner wissen.“ Es sei ein gutes Zeichen, dass viele Anrufe ins Leere laufen würden: „Wir kommen aber nicht an die zwei Prozent heran, die darauf hereinfallen.“ 

Diese Betrugsmasche, bei der der Hauptkommissar von einer großen Zahl nicht angezeigter Anrufe ausgeht, nage am Ehrgefühl und Ansehen der Polizei. Dabei sei es so einfach: „Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, telefonieren zu müssen, wenn Sie von Unbekannten angerufen werden. Legen Sie einfach auf“, riet Schneider den Senioren am Mittwoch im ehemaligen Grundschulgebäude. 

Viele Senioren schon selbst betroffen

Viele der Teilnehmer dieses Präventionsnachmittags wussten von solchen Anrufen bei sich zu berichten. Dass es nicht einfach gemacht werde, das Gespräch von sich aus zu beenden, bestätigte der Kriminalhauptkommissar: „Doch Auflegen ist die sicherste und einfachste Schutzvariante.“ 

Er riet zu Misstrauen auch bei Anrufen von „Enkeln“, die angeblich in Not geraten seien, oder bei Gewinnen von Autos oder hohen Geldbeträgen. „Wenn Sie nicht gespielt haben, können Sie auch nicht gewinnen“, rechnete Michael Schneider vor. „Und warum sollten Sie für einen Gewinn eine Gebühr bezahlen?“ 

Im Zweifel die 110 wählen

In Langenholthausen nahm er sich die Zeit, auf alle Fragen der Senioren einzugehen, und immer wieder daran zu erinnern, im Zweifel die 110 zu wählen. „Sagen Sie es weiter“, gab er dem Publikum abschließend mit auf den Weg.

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