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Einbrecher zerstören 4000 Jahre alten Stalagmiten

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Von: Julius Kolossa

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Den zerstörten Tropfstein versucht Uli Vanselow wieder zu reparieren.
Den zerstörten Tropfstein versucht Uli Vanselow wieder zu reparieren. © Kolossa, Julius

„Dafür gibt es keine Begründung.“ Uli Vanselow, Eigentümer von Haus Recke und der dazugehörigen Reckenhöhle in Binolen, ist immer noch fassungslos.

Vanselow kann nicht verstehen, was vier junge Leute am Sonntag in der Höhle angerichtet haben.

„Sie haben die Eingangstür zur Reckenhöhle aufgebrochen, sind bis zum Ende der Höhle gegangen und haben dort einen Tropfstein abgebrochen“, erzählt der 68-Jährige im Gespräch mit der Redaktion. „Ihren Wagen, eine Mercedes-S-Klasse mit polnischem Kennzeichen, haben sie zuvor auf unserem Parkplatz vor dem Haus abgestellt.“

Zwei Täter werden eingeschlossen

Aufmerksam wurde Vanselow, als die vier Männer sich von dort auf den Weg zur Höhle gemacht hatten – und lange Zeit nicht wiederkamen. „Dann bin ich hingegangen, habe zwei von ihnen vor dem offenen Eingang erwischt. Als ich sie fragte, warum sie sich hier aufhielten, versuchten sie sich rauszureden.“

Die Reckenhöhle in Balve-Binolen.
Die Reckenhöhle in Balve-Binolen. © Kolossa, Julius

Als Uli Vanselow anschließend die Tür zur Höhle gerade wieder abgeschlossen hatte, wurde plötzlich aus dem Inneren dagegen geschlagen. Denn zwei weitere Männer befanden sich noch in der Höhle. Vanselow sagt: „Als ich die Tür wieder aufschloss, wurden die richtig frech – da habe ich die 110 gewählt.“ Daraufhin rannten alle vier Männer zum Parkplatz, stiegen in ihren schwarzen Mercedes und rasten in Richtung Volkringhausen davon.

Ermittlungen der Polizei dauern an

„Die Ermittlungen laufen“, sagte Anna Becker, Pressestelle der Polizei, auf Nachfrage der Redaktion. Uli Vanselow will sich darauf jedoch nicht verlassen. Er hat sich vorgenommen, künftig noch wachsamer zu sein: „Vielleicht waren die auf der Suche nach dicken Stromkabeln, für die sie irgendwann wiederkommen werden.“ Dieser Hinweis sei von der Polizei gekommen: „Es könnte ein erster Besuch gewesen sein, um zu schauen, ob hier mehr zu holen ist.“ Für ihn ist all dies aber bereits ärgerlich genug.

Kleiner Trost: Immerhin blieb der abgebrochene Tropfstein an Ort und Stelle. „Der lag am Boden.“ Der auf etwa 4000 Jahre geschätzte Stalagmit, der vom Boden zur Decke wächst, hat nun eine Bruchstelle. Sorgfältig fügte Vanselow die beiden Stücke wieder zusammen und setzt darauf, dass die Natur ihr Werk fortsetzt. „Der danebenstehende Tropfstein, der vor etwa 20 Jahre ebenfalls zerbrochen wurde, ist wieder angewachsen.“ Die damaligen Täter wurden nie erwischt.

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