Pfarrer Schulte bleibt König

Ein zweites Jahr ohne Schützenfest in Balve

Pfarrer Andreas Schulte bleibt mindestens noch bis Sommer 2022 und damit ein weiteres Jahr König der St.-Sebastian-Schützen.
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Pfarrer Andreas Schulte bleibt mindestens noch bis Sommer 2022 und damit ein weiteres Jahr König der St.-Sebastian-Schützen.

Jetzt ist es amtlich: Coronabedingt findet auch in diesem Jahr kein Schützenfest in Balve in und rund um die Höhle statt. Der Vorstand der Schützenbruderschaft St. Sebastian beschloss am Montagabend in einer Onlinesitzung die Absage des Festwochenendes, das für den Zeitraum 17. bis 19. Juli geplant war.

Aufgrund der Pandemie fallen neben dem Schützenfest auch weitere Veranstaltungen der Balver Schützen wie die Kompaniefeste bis auf Weiteres aus. Für die St.-Sebastian-Bruderschaft ist der neuerliche Ausfall des Festwochenendes ein herber Schlag.

„Die finanzielle Situation ist bei uns aber auch mit einem zweiten Jahr in Folge ohne Schützenfest noch in Ordnung“, sagte Christoph Rapp, Vorsitzender der Bruderschaft. Dabei profitieren die Schützen von der Tatsache, dass die Kosten für die Felssicherungsarbeiten in der Höhle in diesem Jahr vergleichsweise gering waren. „Wenn da höhere Kosten angefallen wären“, so Rapp, „würde unsere Situation jetzt ganz anders aussehen“.

Mitglieder halten Bruderschaft die Treue

Auch die Beiträge der Mitglieder sorgen für ein wenig finanzielle Entlastung. Denn neben den Einnahmen aus dem Schützenfest, sind der Bruderschaft als Betreiber auch die Gelder aus der Vermietung der Höhle und des Schützenheims seit Frühjahr 2020 komplett weggebrochen. „Wir freuen uns riesig, dass die Schützenbrüder uns zur Seite stehen“, sagte Geschäftsführer Thomas Scholz. So habe die Bruderschaft während der Corona-Pandemie bislang kaum Austritte zu verzeichnen. „Wenn doch, sind es Austritte, weil die Personen wegziehen. Aber diese Zahl hält sich in Grenzen und bewegt sich auf dem Vor-Corona-Niveau“, so Scholz.

Ersatzprogramm in Planung

Komplett aus ihrem Kalender streichen möchte die Balver Schützenbruderschaft das eigentliche Festwochenende vom 17. bis 19. Juli noch nicht und plant ein zumindest kleines Ersatzprogramm. „Wenn es dann erlaubt ist, werden wir – wie schon 2020 – wieder einen Gottesdienst in der Höhle feiern, zu dem auch die Bürger eingeladen sind“, sagte Brudermeister Christoph Rapp. Anschließend soll am Ehrenmal ein Kranz niedergelegt werden, zudem soll es zusammen mit dem Musikverein Lichtringhausen ein Ständchen für die Bewohner des Balver Altenheims geben. Der Abschluss des Ersatzprogramms soll ein Umtrunk der aktiven Schützen und Ehrenmitglieder an der Höhle bilden.

Pfarrer Andreas Schulte geht durch den neuerlichen Ausfall des Festwochenendes Mitte Juli in sein drittes Jahr als Schützenkönig der Bruderschaft. Schulte ist dann – mit Ausnahme der Könige während der Weltkriege – der längste regierende Schützenkönig der Bruderschaft.

1948 wurde der König mit der Armbrust ermittelt

Bernhard Berken wurde 1939 kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges Schützenkönig in der Hönnestadt und blieb es, bis 1948 erstmals nach dem Krieg wieder ein Festwochenende in Balve stattfand. Warum Berken bei diesem nicht mehr in Erscheinung trat, ist heute nicht mehr überliefert.

Weil die Balver Schützen 1948 noch nicht wieder mit Gewehren auf den Vogel zielen durften, wählten sie als Alternative kurzerhand die Armbrust. Mit dieser krönte sich Adalbert Allhoff zum ersten Schützenkönig der St.-Sebastian-Bruderschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Seine Amtszeit war allerdings um ein Vielfaches kürzer als die von Pfarrer Andreas Schulte derzeit. Denn nach den acht Jahren ohne Schützenfest schossen die Balver gleich am Folgetag einen neuen König aus. Diesmal setzte sich Heinrich Brack durch und durfte die Bruderschaft fortan für ein Jahr regieren. Ab 1949 wurde dann jährlich wieder regulär der neue Schützenkönig am Montagmorgen des Festwochenendes ausgeschossen. So blieb es bis einschließlich 2019. Seitdem verhindert das Coronavirus eine Fortsetzung dieser Tradition...

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