Allenfalls noch abgespecktes Programm

Ein weiteres Jahr ohne Schützenfeste

Pfarrer Andreas Schulte dürfte noch ein weiteres Jahr Schützenkönig der Balver Bruderschaft St. Sebastian bleiben. Denn auch 2021 wird es kein Schützenfest in gewohnter Form geben.
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Pfarrer Andreas Schulte dürfte noch ein weiteres Jahr Schützenkönig der Balver Bruderschaft St. Sebastian bleiben. Denn auch 2021 wird es kein Schützenfest in gewohnter Form geben.

Noch lohnt es nicht, dass die Schützenkönigspaare und Schützenkönig Pfarrer Andreas Schulte Beginn und Ende ihrer Regentschaft auf ihre Medaillen für die Königsketten gravieren lassen.

Denn in den Dörfern von Eisborn bis nach Langenholthausen sowie in der Kernstadt wird es auch 2021 und damit im zweiten Jahr in Folge keine mehrtägigen Hochfeste mit Schützenhochamt, Festzug, Vogelschießen bei Bier, Bratwurst und Blasmusik geben.

Die Feste finden nicht statt, nachdem Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag die Empfehlung aussprach, die Festwochenenden wegen der weiterhin zu hohen Inzidenzzahlen und der noch zu geringen Impfquote abzusagen.

Es geht an die finanziellen Rücklagen

„Emotional ist es sehr bitter“, sagte der Vorsitzende der Garbecker Schützen, Hubertus Schulte. „Wir hatten schon Anfang dieses Jahres fest damit gerechnet, dass es schwierig werden dürfte, ein Schützenfest zu feiern – jetzt wurde durch Minister Laumann dann der endgültige Schlussstrich gezogen.“ Diese Entscheidung gelte es nun auszuhalten: „Um finanziell über die Runden zu kommen, gehen wir an unsere Rücklagen, die wir in den vergangenen Jahren geschaffen haben.“

So verfahren auch andere Schützenbruderschaften in der Hönnestadt. Alle werden dieses Jahr aushalten müssen, in dem ihnen nicht nur die Einnahmen aus dem Schützenfest, sondern auch aus Hallenvermietungen entgehen. Erwartungsvoll wird 2022 entgegengeblickt, wenn die Pandemie nicht nur für die Schützen hoffentlich kein Thema mehr sein wird.

Open-Air-Veranstaltungen als mögliche Alternative

2021 wird nicht einfach für die Schützenbruderschaften, die trotz der Pandemie möglich machen wollen, was erlaubt ist – dabei setzen sie auf Open-Air-Veranstaltungen, die aber noch nicht konkret geplant sind.

Doch es ändert nichts daran, was Mellens Brudermeister Markus Blöink auf den Punkt bringt: „Es ist wieder ein Jahr, in dem kein Schützenfest stattfindet – in dem nichts im Dorf läuft.“ Noch sei die Stimmung innerhalb der Schützenbruderschaft in Mellen gut, noch seien Vorstand und Mitglieder motiviert. „Aber es wäre schön, wenn man sich als Schützen ein Mal im Jahr zeigen darf“, stellt er das Ziel dar, für das alle Schützen eintreten. Auch, wenn sie mit ihrem Termin Anfang August zeitlich immer das Schlusslicht im Stadtgebiet sind, wenn es gilt, Schützenfest zu feiern, geht Markus Blöink selbst für diesen Zeitpunkt nur noch von Hochamt und Kranzniederlegung aus: „So wie im vergangenen Jahr.“

Ein Minimum wollen alle Bruderschaften aufrechterhalten

Solch ein absolutes Minimum, das wollen alle sieben Schützenbruderschaften aufrechterhalten. Abgefunden mit einer Absage hatten sich alle schon irgendwie am Anfang dieses Jahres; dabei hatten sie alle einen Plan B in der Tasche. Volkringhausen könnte sich wieder ein Schützenhochamt auf der Wiese neben der Schützenhalle und ein Konzert an selber Stelle vorstellen – das Fest an Pfingsten, das erste im Stadtgebiet, findet nicht statt. Und ob das Jubiläumsfest zum 100-Jährigen im September nachgeholt werden kann, das steht für die Volkringhausener ebenso komplett in den Sternen wie für die Beckumer, die dieses Jubiläum im August feiern wollten.

Abwartend verhält sich dagegen noch die St.-Sebastian-Schützenbruderschaft aus Balve, wie deren Geschäftsführer Thomas Scholz erklärte. „Nein, abgesagt haben wir noch nicht, denn sollte im Juli eventuell doch gefeiert werden können, dann möchten wir behördlich abklären, in welchem Rahmen dies möglich ist.“ Mit einer Vorlaufzeit von sechs Wochen könnte noch agiert, und ein Schützenfest initiiert werden. „Es wäre schön, wenn… Aber seien wir realistisch: Wir werden kein Schützenfest wie 2019 mit bis zu 3000 Gästen am Samstag in unserer Höhle feiern.“ Vielmehr seien die Balver Schützen froh, wenn sie den Ablauf wie im vergangenen Jahr mit Schützenmesse in der Höhle, Kranzniederlegung und Ständchen am Ehrenmal wiederholen könnten. Auch in Balve seien die finanziellen Verhältnisse geordnet, um dieses zweite Jahr ohne Schützenfesteinnahmen zu überstehen. „Wenn es allerdings ins dritte Jahr gehen sollte, würde es kribbelig – dann hätten nicht nur wir Schützen und das Ehrenamt, sondern auch die Wirtschaft richtig große Probleme.“

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