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Ein schlechtes Kartoffeljahr - es war zu trocken

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Von: Julius Kolossa

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Desiree Lingenberg, Silvia Schmoll, Lea Severin und Winfried Reinken arbeiten freiwillig an der Kartoffelerntemaschine, an der trotzdem noch viel Handarbeit nötig ist.
Desiree Lingenberg, Silvia Schmoll, Lea Severin und Winfried Reinken arbeiten freiwillig an der Kartoffelerntemaschine, an der trotzdem noch viel Handarbeit nötig ist. © Kolossa

Die Kartoffelernte bleibt Handarbeit. „Man muss die Kartoffeln noch genau so wie damals auswählen“, erinnert sich Winfried Reinken. Der 66-Jährige las vor 60 Jahren zum ersten Mal Kartoffeln auf. „Wir Kinder mussten damals von Bauer zu Bauer, wofür es Kartoffelferien gab.“ Es gab die „Leser“, die auf der Erde knieten und die Drahtkörbe füllten – und es gab die „Schütter“, die diese Körbe leerten. „Es war harte Arbeit“, blickt er zurück.

Höveringhausen - Und doch bleibt er auch heute noch dabei, wenn Guido Schmoll vom gleichnamigen Hof freiwillige Helfer für die Kartoffelernte sucht. Diese geht heutzutage modern mit einem Vollernter bei der Ernte der Sorte Belana vonstatten. „Die Maschine gräbt sich bis zu 25 Zentimeter tief in den Boden, und trennt dabei Erde und Dreck. Auf das Förderbsnd kommen dann die Kartoffeln.“ Dazwischen aber liegen immer noch genügend Steine, die es von den Helfern zu entsorgen gilt. In seinem Vollernter finden eineinhalb Tonnen an Kartoffeln ihren Platz, die bei Vollbeladung in einen Anhänger befördert werden.

Guido Schmoll, der in der vierten Generation den Familienbetrieb bewirtschaftet, weiß: „Wir haben in diesem Jahr Ertragseinbußen von etwa 40 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr. Und dies aufgrund der Trockenheit.“ Die Kartoffeln, sieben Sorten werden auf 4,2 Hektar angebaut, seinen bedeutend kleiner. „Für die Größe fehlte während der Hauptwachstumsphase im Juli und August der Regen.“ Der Landwirt hat jetzt schon errechnet: „Die Kartoffelpreise werden steigen.“ Doch um wieviel, dazu wollte er sich auf unsere Nachfrage nicht äußern.

Und auch wenn dieses Jahr ein schlechtes Kartoffeljahr sei, werde er demnächst weiter seine Sorten anpflanzen. „Hier ernten wir unsere Hauptsorte“, dreht er auf seinem Trecker seine Runden auf dem Feld in der Nähe des Küntroper Flugplatzes. Auf dem Vollernter wird fleißig ausgelesen von Winfried Reinken, Silvia Schmoll, Lea Severin und Desiree Lingenberg. „Ich bin nach wie vor dabei, weil es mir Spaß macht“, weiß er um seine Rolle als Senior in diesem munteren Viererteam. Hier wird gearbeitet, aber auch eine lockere Unterhaltung gepflegt.

Nach getaner Arbeit werden die Kartoffeln auf dem Hof eingelagert. Hier findet am Sonntag, 2. Oktober, ab 11 Uhr das Kartoffelfest fest. Begonnen wird mit einer Erntedankmesse, die von Dechant Pfarrer Andreas Schulte zelebriert wird. Es schließt sich ein Frühschoppen und das von der Dorfgemeinschaft Höveringhausen ausgerichtete Kinderschützenfest an. Im weiteren Verlauf des Festes werde für Unterhaltung gesorgt, teilte Silvia Schmoll mit. Zum Mittagessen tragen die Landfrauen, für die Cafeteria die Frauen der Dorfgemeinschaft bei.

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