„Ecantore“ im Einsatz: Funk-Fernbedienung für selbstspielende Orgel in Garbeck

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Hubertus Teipel vom Kirchenvorstand ist froh, dass nun auch ohne Organist eine musikalische Begleitung ermöglicht wird.

Garbeck - Zum ersten Mal kam in der Garbecker Pfarrkirche beim Hochamt am Sonntag „Ecantore“ an der Orgel zum Einsatz. Und auch wenn am Ende nicht applaudiert wurde, so waren doch alle sehr zufrieden – „Ecantore“ ist eine Funk-Fernbedienung für die selbst spielende Orgel, die ab sofort in jeder Messe tätig wird, für die kein Organist verpflichtet werden kann.

„Es ist besser als gar keine Orgelbegleitung“, sagt dazu Hubertus Teipel, Kirchenvorstand, der diese Idee verwirklicht hat. „Organisten wachsen nun einmal nicht auf Bäumen“, begründet er die Anschaffung, die die Kirchengemeinde etwa 4000 Euro gekostet hat. „Wir haben nun einmal das Problem, das uns Organisten fehlen. Und dann gibt es immer noch berufliche oder gesundheitliche Gründe, die verhindern, bei jedem Anlass zu spielen.“ So hat nicht jeder Musiker die Möglichkeit, an jeder Beerdigung teilzunehmen. Und da füllt „Ecantore“ diese Lücke.

Bedienung wie ein Smartphone

„Wer ein Smartphone bedienen kann, der kommt auch hiermit zurecht“, stellt Teipel das Bedienteil vor. Die Liednummer eingeben, bestätigen, dann warten, bis die Liedanzeige aufleuchtet und alle das Lied im Gesangbuch gefunden haben. Ein weiteres Bestätigen lässt die „Königin der Instrumente“ erklingen. „Ein guter Klang und gute Spielqualität“, fiel am Ende des Hochamtes die Bewertung der Zuhörer positiv aus.

Eingespeichert ist das gesamte Gotteslob mit dem Paderborner Anhang sowie 70 weitere Lieder. Hubertus Teipel: „Wir haben noch Platz für weitere 2000 Lieder.“ Für sieben bis neun Euro kann jedes andere Kirchenlied nachgekauft werden.

Dass diese Möglichkeit der Orgel-Fernbedienung in Garbeck besteht, ist dem Kirchenvorstand zu verdanken, der sich vor etwa 25 Jahren für die Anschaffung einer elektronischen Resonatorenorgel entschieden hat. Die Erweiterung auf den jetzigen Stand war vom Hersteller garantiert worden, daneben ist nach wie vor das Orgelspiel auf den drei Manualen möglich.

„Ja, es fehlt die Qualität eines Organisten, der beim Einzug, der Kommunion und dem Auszug improvisiert“, gibt Hubertus Teipel zu. Aber dafür wird die Gemeinde während der Liturgie musikalisch nicht alleine gelassen.

Einmalig im Pastoralverbund

„Ecantore“ war das flexibelste System, das Teipel und den anderen Mitgliedern des Kirchenvorstandes vorgestellt wurde. Hier muss keine Messe auf einer Speicherkarte vorgeplant werden, hier steht vielmehr ein Bedienteil zur Verfügung, an dem die kurz vorher ausgewählten Lieder nach und nach abgerufen werden. Bedienen kann dies der Geistliche, aber auch der Küster oder der Lektor. Die Funk-Fernbedienung für die Kirchenorgel ist bisher einmalig im Pastoralverbund Balve-Hönnetal.

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