Auf Droste-Hülshoffs Spuren: Heimatforscher Antonius Fricke führt 70 Wanderer durchs Hönnetal

+
Auf schmalen Waldwegen folgten 70 Wanderer Heimatforscher Antonius Fricke durch das Hönnetal. Zu den Stationen gehörte unter anderem die Feldhofhöhle.

Hönnetal - Auf den Spuren der Vergangenheit waren am Sonntag 70 Wanderer ab dem ehemaligen Bahnhaltepunkt Klusenstein unterwegs.

Heimatforscher Antonius Fricke war über die große Teilnehmerzahl dieser Wanderung zum Thema „Auf den Spuren von Annette von Droste-Hülshoff“ überrascht: „Sonst sind es um die 25 Leute.“ 

Diese Hönnetal-Wanderung am Sonntag gehört für ihn, der seit 15 Jahren seine Touren durch die Region anbietet, zu denen mit dem größten Zulauf. Und diese stellte ihn vor die Herausforderung, sein Wissen so laut zu vermitteln, dass ihn alle hören konnten – nicht einfach bei den ausgewählten Stationen, an denen teilweise auf dem schmalen Wanderweg gehalten wurde, während die viel Wasser führende Hönne, der Straßenverkehr sowie die zwei Mal vorbeifahrende Hönnetalbahn für eine Geräuschkulisse sorgte, die ein ganz genaues Hinhören erforderlich machte. 

Antonius Fricke wusste viel über das Hönnetal zu berichten.

Antonius Fricke verfügt über ein großes Wissen über das Hönnetal, in dem es etwa 30 Höhlen gibt. Dass nur wenige, darunter die Feldhofhöhle, öffentlich bekannt sind, sei den Forschern zu verdanken, die weitere Standorte geheim gehalten haben: „Diese Höhlen sind auf keiner Karte zu finden.“ So kann die darin verborgene Vergangenheit weiter ungestört ruhen. Dem kann Fricke nur Positives abgewinnen; dies kann er vom Zustand des Weges von Klusenstein bis zur Feldhofhöhle jedoch nicht sagen. Immer näher rücken die Bäume heran, immer mehr breitet sich der Bärenklau aus. 

Eine professionelle Pflege dieses Waldstücks auch im Sinne zukünftiger Generationen sei dringend erforderlich. Nur mit Wanderschuhen kann der Weg begangenen werden – dass jeder Schritt bei dem unebenen und teils auch matschigen Untergrund bewusst gesetzt werden musste, machte diese Tour bei hochsommerlichen Temperaturen zu einem kleinen Abenteuer, bei dem alle ins Schwitzen kamen. Der Wanderführer wusste mit Erzählungen über Annette von Droste-Hülshoff zu unterhalten, die 1824 im Hönnetal gewandert war. 

„Sonst sind es um die 25 Leute.“ Antonius Fricke war von dem Andrang auf seine Führung durch das Hönnetal überrascht.

Diese von ihr geschilderten Ereignisse verknüpfte er mit der Geschichte im Sauerland, das als „Eisenland“ bekannt geworden war, und in dem der Versorgung mit Wasser für das Leben und Arbeiten eine entscheidende Bedeutung zukam. Dazu gehörte auch die Klusensteiner Mühle. Viel hatte Fricke zu erzählen, so viel, dass die „Felsglotze“ mit Blick auf die Sieben Jungfrauen erst nach eineinhalb Stunden erreicht wurde. Es wurde nicht langweilig, ihm zuzuhören, auch wenn er auf die mit dem Hönnetal verbundenen Sagen und Mythen nur am Rande einging – schwierig war es aber, jedes Wort zu verstehen. Manche Wanderer gingen deshalb schon bis zu den Jungfrauen als Wahrzeichen des Hönnetals vor. 

Und auch dort nahm Fricke diese in seinen Blick; weil spätestens ab dieser Stelle genügend Platz für alle war, gab es auch keine Verständigungsprobleme mehr. Noch einmal Halt gemacht wurde auf dem Anstieg zur Feldhofhöhle mit Blick auf die Burg Klusenstein und die Quelle, die aus dem Wald in die Hönne fließt. Und dann waren es nur noch wenige Meter bis zur Höhle, in deren kühlem Eingang sich die doch etwas erschöpften Wanderer nach zwei Stunden ausruhten und weiteren Schilderungen des Heimatforschers lauschten. 

Dass diese Wanderung erst nach drei Stunden zu Ende war, störte die aus Balve, Menden, der Horst, Neuenrade, Lendringsen, aber auch Hüsten angereisten Teilnehmer nicht. Vielmehr freuten sie sich, dass ihnen diese sonst mit schnellem Schritt nur durchwanderte Region jetzt auf andere Weise neu erschlossen wurde.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare