Drogendeal ist Balver nicht nachzuweisen

BALVE/MENDEN ▪ Im Zeitalter der modernen Kommunikationsmittel ersetzt die SMS oft ein persönliches Gespräch. Auch im Drogenmilieu scheint sich diese Art der „Unterhaltung“ durchgesetzt zu haben. So soll am 17. Februar bei einem 26-jährigen Balver per SMS eine Bestellung von Amphetaminen eingegangen sein.

Zehn Tage später soll es dann zum Verkauf durch den Balver gekommen sein. Gestern musste sich der Mann unter anderem dafür vor dem Mendener Amtsgericht verantworten.

Der 26-Jährige stritt den Vorwurf ab. Einen weiteren Anklagepunkt wegen Besitzes von Betäubungsmitteln räumte er hingegen ein. Polizeibeamte hatten bei einer Hausdurchsuchung am 5. Februar an verschiedenen Gegenständen intensive Amphetaminspuren festgestellt. Der Angeklagte erklärte gestern, er habe zu der Zeit selbst Drogen konsumiert.

Der mutmaßliche Abnehmer der georderten Drogen, der im März wegen diverser Drogendelikte zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden war, machte gestern von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Denn: Wenn er bestätigt hätte, dass er tatsächlich die Drogen bestellt und vom Angeklagten erhalten hatte, dann hätte er sich selbst belastet. Also zog er es vor zu schweigen. Auch ein geladener Polizist konnte nicht sagen, ob es zwischen dem Zeugen und dem Angeklagten Drogengeschäfte gegeben hatte.

Letztlich konnte kein Licht ins Dunkel gebracht werden. So entschied das Gericht schließlich, das Verfahren gegen den 26-Jährigen vorläufig einzustellen. Um den Balver aber spüren zu lassen, dass sein Verhalten falsch gewesen war, erlegte das Gericht ihm eine Geldbuße in Höhe von 600 Euro auf. „Wenn Sie das ordnungsgemäß zahlen, wird das Verfahren endgültig eingestellt”, so der letzte Hinweis des Richters an den Angeklagten. Über das Geld kann sich im Falle der Zahlung das Kinderhospiz Balthasar in Olpe freuen. ▪ jape

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare