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Dorf im MK setzt auf die Sonne: Erster Schritt in Richtung Energiewende

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Von: Julius Kolossa

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Mehr als 100 Bürger waren zu der Infoveranstaltung in die Schützenhalle Mellen gekommen – und konnten sich im Anschluss Mitgliedsanträge mitnehmen.
Mehr als 100 Bürger waren zu der Infoveranstaltung in die Schützenhalle Mellen gekommen – und konnten sich im Anschluss Mitgliedsanträge mitnehmen. © Kolossa, Julius

Mellen setzt auf die Sonne – und möchte diese Energie gewinnbringend für den dorfeigenen Stromverbrauch der etwa 200 Haushalte einsetzen. Wie das funktionieren könnte, erfuhren mehr als 100 Bürger bei einer Info-Veranstaltung der Dorfenergiegenossenschaft Mellen.

Mellen – Mellen macht einen ersten Schritt in Richtung Energiewende und -unabhängigkeit. Nachdem sich engagierte Dorfbewohner seit Anfang des Jahres zusammengesetzt und eine „Dorfenergiegenossenschaft Mellen“ gegründet haben, gab es am 9. Oktober die entsprechende Bestätigung vom Genossenschaftsprüfverband. „Wir sind handlungsfähig“, gab Johanna Rüth, Sprecherin der Dorfenergiegenossenschaft, am Donnerstag den mehr als 100 Teilnehmen der Infoveranstaltung bekannt.

Realisierung der Photovoltaik-Anlage kostet 2,5 Millionen Euro

Das bedeutet: Die Planungen zur Errichtung einer Solaranlage auf einer zwei Hektar großen Fläche – der Quellwiese des Wasserbeschaffungsverbands Mellen – können weitergehen. „Dort können zwei Millionen Kilowattstunden an Strom jährlich für den Eigenverbrauch in Mellen produziert werden“, betonte Rüth, verwies aber gleichzeitig darauf, dass für die Realisierung 2,5 Millionen Euro benötigt würden.

Verkauft werden soll der Strom an die Mammutstrom aus Balve – und zwar für 0,15 Cent je Kilowattstunde. Dafür erhielten die Genossen allerdings auch einen Mehrwert: Für jeden der insgesamt 1 000 Anteile, die 2 500 Euro je Stück in diesem Beteiligungsmodell kosten, würden 2 500 Kilowattstunden Strom zum jeweils vertraglich vereinbarten Tarif verkauft. Dieser soll möglichst unter dem der Mitbewerber liegen.

Preise können noch variieren

„Diese Preise können allerdings noch variieren“, betonte Alexander Nickel, der als Geschäftsführer der Stadtwerke Menden und damit Kooperationspartner Balves, an der Infoveranstaltung teilnahm. „Im vergangenen Jahr lag der Strompreis je Stunde bei acht Cent – als wir in diesem Jahr die ersten Berechnungen anstellten, waren wir bei 25 Cent. Jetzt sind es 36,01 Cent. Wo wir am Ende liegen, wenn die Photovoltaikanlage läuft und die Verträge mit uns als Stromanbieter unterschrieben wurden, können wir noch nicht sagen.“

Bei einem Rechenbeispiel mit 36,01 Cent je Kilowattstunde und einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden für die Mellener würde der Anbieter Vattenfall 64,57 Cent berechnen. Der Grundpreis in Mellen betrage 15 Euro brutto monatlich (Vattenfall: 17,40 Euro). Und: Zum vergünstigten Strompreis komme noch eine jährliche Verzinsung des eingezahlten Kapitals dazu, über deren Höhe die Genossenschaft alljährlich abstimme. Würden alle 1 000 Anteile verkauft, sei der Bau der Anlage finanziert.

Mellener können sich bis Ende November entscheiden

Verkauft werden soll vorwiegend an die Mellener, die sich bis Ende November per Antrag online entscheiden können. Danach werden die eingegangenen Anträge vom Genossenschaftsvorstand geprüft, und bestätigt. Sollten dann noch Anteile übrig sein, würde auf weitere Investoren zugegangen. Diese ständen, so Rüth, schon bereit, sich hier einzukaufen.

Wann der Bau der Photovoltaikanlage beginnen könnte, dazu konnten auf Anfrage noch keine Angaben gemacht werden. Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) habe jedoch zugesagt, die Flächennutzungsplanänderung und das Baugenehmigungsverfahren parallel laufen zu lassen – um Zeit zu sparen. In der Ratssitzung im Dezember soll darüber abgestimmt werden.

„Mellen soll ein Anfang für die Energiewende in ganz Balve sein“

Darüber hinaus wurden in Mellen weitere Beiratsmitglieder gesucht, die den Vorstand und Aufsichtsrat mit ihren Ideen und Anregungen unterstützen. Rüth: „Mellen soll ein Anfang für die Energiewende in ganz Balve sein. Dabei streben wir auch eine Zusammenarbeit mit Betreibern von Windenergieanlagen an.“

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