Dokumenten-Schatz im Balver Pfarrarchiv

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Pfarrarchivar Rudolf Rath hat den Überblick über die Balver Kirchengeschichte, in einem digitalen Findbuch ist jedes einzelne Stück katalogisiert. J

BALVE ▪ Das Balver Pfarrarchiv hat es in sich: Urkunden, Protokolle, Baupläne und -zeichnungen, Anträge, Genehmigungen, Korrespondenz, Abrechnungen, Berichte, historísche Schriften, Bücher und Hefte aus früheren Jahrhunderten, Gebets-, Lieder-, Andachts- und Messbücher. All dies befindet sich in zwei Räumen des Pfarrheims am Kirchplatz 6.

„Bei uns wurde auch schon mancher Doktorand fündig“, blickt Pfarrarchivar Rudolf Rath von seiner Arbeit am Computer auf: „Ohne geht es nicht.“ Hier ist das Findbuch angelegt – 1500 Seiten hat er angelegt, wo welches Dokument, ob Buch oder Zeitschrift, verzeichnet ist.

Pfarrer Dr. Reinhard Richter hatte ermöglicht, das Pfarrarchiv einzurichten, seit Herbst 2009 an exponierter Stelle mit Blick auf die St. Blasius-Kirche.

Im Pfarrarchiv forschte auch die 10A2 der Hauptschule für das Projekt „Stolpersteine“ über den Juden David Bondy. Auch wer wissen möchte, was über das Schiebergkreuz, über Dechant Josef Löcker oder Theodor Pröpper geschrieben steht, der ist hier an der richtige Adresse. Rudolf Rath: „Archiviert ist auch eine Thora-Rolle mit hebräischem Text aus dem Buch Genesis und Aufzeichnungen mit verschiedenen Balvern in ganz Deutschland und aus den USA.“

Seine Arbeit beginnt mit der Tageszeitung. Wird dort die Gemeinde erwähnt, ist der Artikel wert, ins Pfarrarchiv zu gelangen. Außerdem gehört zu Raths Aufgaben die Sichtung, Ordnung und Bewahrung von Foto- und Musikdokumentationen und Gegenständen besonders aus dem sakralen Bereich als auch im Kontakt mit Personen, Vereinen und Ämtern. „Das Archiv steht zur Nutzung für private und öffentliche Zwecke wie Familienforschung, Schulen, Chroniken und wissenschaftlichen Arbeiten bereit“, so Rath. Es gibt auch eine Übersetzungshilfe für Sütterlin oder die Deutsche Schrift, um effektiv arbeiten zu können.

Gefördert und unterstützt wird das Pfarrarchiv von Pfarrer Andreas Schulte, Pastor Stefan Siebert und dem Kirchenvorstand der Kirchengemeinde St. Blasius.

Besuch gab es auch von Dr. Christiane Todrowski, Leiterin vom Kreisarchiv Altena, für gut befunden wurde es bei Visitationen von Diözesanarchivar Dr. Arnold Otto in den Jahren 2008 und 2010. Viele Fragen können während der Öffnungszeiten von montags bis freitags von 9.30 bis 12.30 Uhr, so auch über Taufen (1875 bis 1933), Trauungen (1900 bis 1944) und Todesfälle (1875 bis 1954), beantwortet werden.

Darüber hinausgehende Daten befinden sich beim Standesamt Balve und in der Kirchenbuchabteilung des Erzbistums Paderborn.

Rudolf Rath hat noch Platz im Archiv: „Jeder, der Dachboden, Schränke oder Keller entrümpelt und dabei alte Bücher oder Dokumente findet, braucht diese nicht wegzuwerfen, sondern kann sie im Pfarrarchiv sichern lassen.“ Nachfolgende Generationen können dieses danken, denn so manches Archivgut erfährt erst in einigen Jahren seine volle Bedeutung. ▪ jk

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