Schützen legen Entscheidung in Hände des Königs

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So sehr sich der Vorstand um Oberst Manfred Schwermann (stehend) auch bemühte, sein Antrag zur Gestaltung der Festzüge fand keine Mehrheit.

Garbeck - Länger als zwei Stunden diskutierten die Garbecker Schützen am Samstag während ihrer Abrechnung über den Tagesordnungspunkt „Gestaltung der Festzüge.“

Dem schnelleren Verlauf in diesem Jahr nach dem Abholen am Kirchplatz stand der Bruch mit der Tradition des Abholens des Königspaares zuhause gegenüber. Die nach und nach immer gleichen Argumente wogten hin und her, bis irgendwann die Rufe „Abstimmung“ aus den Reihen der Mitglieder nicht mehr zu überhören waren.

Da waren die guten Zahlen, mit denen sich das Schützenfest in der Kasse bemerkbar gemacht hatte, längst wieder vergessen: 11,6 Prozent mehr als im vergangenen Jahr und damit rund 3390 Euro blieben übrig, die durch 15 Prozent mehr sechs Hektoliter mehr Bier (insgesamt 98 Hektoliter) und 30 Prozent mehr Schnaps erzielt wurden.

All dies, so die Meinung von Hubertus Schulte, Vorsitzender der Schützen, sei der neuen Festzugsregelung zu verdanken gewesen, nach der am Sonntag und Montag die Königspaare jeweils auf dem Kirchplatz abgeholt wurden. Schneller als in den vergangenen Jahren waren alle wieder in der Schützenhalle, was für mehr Bierumsatz und auch beim Schausteller für mehr Betrieb sorgte.

Sehr schnell wurde die Tagesordnung abgehakt, zu der die Wiederverpflichtung der Musikvereine aus Rhode, Garbeck, Langenholthausen und Schönholthausen gehörte. Und danach hätte Hubertus Schulte gerne die Festzugsgestaltung ebenso schnell zu einem erfolgreichen Abschluss gemacht. Nachdem er bei den Mitgliedern für die „Überrumpelung“ der in diesem Jahr erstmals erfolgten Neuregelung um Entschuldigung bat und diese ihm und dem Vorstand auch gewährt wurde, wollte der Vorsitzende mit den Vorteilen punkten. Diese beinhalteten eine „erstklassige Präsentation am Kirchplatz“, einen schnellen Weg wieder ins Dorf und in die Schützenhalle, aber auch mit diesem Weg einhergehende vereinfachte Anträge für die Absperrung.

Dass damit aber der Festzug als Höhepunkt des Jahres an Bedeutung verliere, das Königspaar entsprechend zu präsentieren, das wurde von Stephan Honert kritisiert. Das Besondere und das Einmalige, wenn die Regenten von zuhause aus durch die Straßen Garbecks gehen, gehe mit der Abholung auf dem Kirchplatz verloren. Dem widersprach Jürgen Grevener, der am Sonntag als erster König auf dem Kirchplatz abgeholt wurde – aus dem anfänglichen Skeptiker wurde ein hundertprozentiger Befürworter. Und so sah es auch der amtierende Schützenkönig Ralf Geuyen: „Es war perfekt.“ Der König sah nur Vorteile. Sein Fazit: „Egal, wie die Abstimmung ausgeht – wir werden uns 2019 wieder an der Kirche abholen lassen.“ Helmut Schwermann brachte einen Gegenantrag ein: Dem König solle freigestellt werden, wo er sich sonntags abholen lassen wolle. Nur am Montag solle er weiterhin an der Kirche in den Festzug eintreten.

Sehnsüchtig herbeigesehnt, fand dann endlich die Abstimmung statt, bei der 43 für den Antrag des Vorstandes und 62 dagegen waren. Und 99 Stimmen wurden gezählt, die dem Alternativ-Antrag von Helmut Schwermann zustimmten. Hubertus Schulte fasste zusammen: „Damit entscheidet der König, wo er am Sonntag abgeholt werden soll, während der jeweils neue König am Montag am Kirchplatz abgeholt wird.“

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