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Thiemo Kraas: Geprägt von der Musik aus dem Hönnetal

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Von: Julius Kolossa

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Thiemo Krass hat sich einen Namen als Dirigent und Komponist gemacht. In Balve hat er unter anderem Kontakt zu den Muikvereinen Beckum und Garbeck sowie zum Musikzug Langenholthausen.
Thiemo Krass hat sich einen Namen als Dirigent und Komponist gemacht. In Balve hat er unter anderem Kontakt zu den Muikvereinen Beckum und Garbeck sowie zum Musikzug Langenholthausen. © Kolossa, Julius

Die Musikvereine Beckum und Garbeck verbindet mit dem Musikzug Langenholthausen mehr als nur die Liebe zur Musik: Wenn die Musiker auftreten, geht zum Repertoire in der Regel mindestens ein Werk von Thiemo Kraas. Denn zu dem 37-Jährigen aus Arnsberg-Oeventrop hat jedes der drei Orchester eine ganz besondere Beziehung.

Beckum/Garbeck/Langenholthausen - „Tatsächlich gab beziehungsweise gibt es mit Ausnahme des Musikvereins Balve zu jedem Orchester im Stadtgebiet persönliche Kontakte“, erzählt der Komponist im Gespräch mit der Redaktion. „Der Musikverein Amicitia Garbeck wurde in meiner Jugendzeit vom Oeventroper Komponisten und Dirigenten Hans Dörner geleitet. Dieser wohnte neben meinem Elternhaus, und unterstütze mich bei meinen ersten kompositorischen Schritten. Auch mit seinem Nachfolger in Garbeck, Martin Theile, entwickelte sich eine musikalische Freundschaft, die in die Zusammenarbeit mit zwei seiner damaligen weiteren Orchester mündete“, sagt der 37-Jährige.

Aktiv arbeitete Thiemo Kraas beim Musikzug Langenholthausen mit. „Dieser wurde seinerzeit noch von Volkmar Lenze aus Stockum geleitet, den ich als Dirigent des Sinfonischen Blasorchesters der Musikschule Hochsauerlandkreis kennengelernt habe. In diesem Blasorchester war ich Schlagzeuger. Und in Langenholthausen durfte ich deshalb auch einige Male als Aushilfe mitspielen.“

Thiemo Kraas wurde in seiner musikalischen Entwicklung geprägt von Musik aus dem Hönnetal. So auch aus Beckum. „Der Dirigent Udo Fricke war seinerzeit ein Kollege des Dirigenten meines Heimat-Musikvereins Niedereimer, dem Klarinettisten Hans-Jürgen Wirth. Durch diese Verbindung wurde es möglich, dass ich in meiner Jugendzeit sehr häufig beim Musikverein Beckum als Schlagzeuger mitspielte“, blickt Kraas zurück.

Damit nicht genug, machte sich Thiemo Kraas im Jahr 2007 im Auftrag des Musikvereins Beckums und des damaligen Vorsitzenden Gerhard Goeke daran, für die Beckumer ein eigenes Musikstück zu komponieren. Der Draht nach Beckum hielt weiterhin, Kraas gab einige Jahre später ein gemeinsames Konzert mit seinem damaligen Jugendorchester aus Gütersloh in der Beckumer Schützenhalle. Und weil sich Kraas inzwischen einen Namen als Komponist gemacht hat, werden seine Noten auch bei „seinen“ ehemaligen Vereinen aufgelegt.

„Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf Kompositionen für Blasorchester. Neben Eröffnungsstücken und populären Stücken kamen auch einige größere, sogenannte Originalwerke zur Aufführung. Darüber hinaus wurden auch Arrangements aus meiner Feder gespielt. Wichtig ist speziell im Bereich des Blasorchesters natürlich immer, wo das entsprechende Stück zur Aufführung kommt. Ein Musikverein ist sehr vielseitig und flexibel und bespielt neben einem traditionellen Jahreskonzert durchaus auch kirchliche oder weltliche Anlässe unterschiedlichsten Charakters“, erklärt Kraas.

Die Freude an der Musik ist in der Familie von Thiemo Kraas übrigens weit verbreitet: seine Mutter spielt Gitarre, sein Vater Flöte im Spielmannszug. Mit neun Jahren spielte Thiemo Kraas sein erstes Instrument, das Schlagzeug. Mit 15 Jahren kam das Klavier dazu. Während des Unterrichts kam die Freude am Komponieren von eigenen Melodien dazu. So entstand mit 16 Jahren die erste Komposition, mit der Kraas Gefühle über den Unfalltod einer Schulkameradin verarbeitete.

Nach der Schulzeit studierte Thiemo Kraas Musikpädagogik in Detmold, und arbeitete seit dieser Zeit als Schlagzeuglehrer und Dirigent in Jugendorchestern, und leitete eine Musikschule. Es schloss sich ein Zweitstudium in Musiktheorie, Tonsatz und Gehörbildung an. Seit 2016 ist der 37-Jährige für den Rundel-Musikverlag als Lektor, Komponist, Arrangeur und Dirigent tätig. Bisher hat er rund 50 eigene Kompositionen verfasst: „Die Spieldauer der Stücke variiert von kleineren Eröffnungsstücken von zwei Minuten Länge bis hin zu größeren Kompositionen von bis zu 15 Minuten.“

Musikalische vorbilder hat Thiemo Kraas viele: Die Spanne reicht dabei von den „großen Meistern“ sinfonischer Werke bis hin zu Musikern aus dem Bereich des Pop und Jazz. „Generell versuche ich, nicht in Kategorien zu denken und Musik – oder auch Menschen – nicht in solche einzuteilen. Ich glaube ich bin sehr begeisterungsfähig und kann mich somit von ganz vielen unterschiedlichen musikalischen Persönlichkeiten und ihrer Musik inspirieren lassen“, sagt Kraas abschließend.

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