„Die Welt gibt es nur einmal“

Gerhard Drees zeigt der Schülergruppe „50:50“ das Pumphaus, in welchem das Wasser mittels Chlor aufbereitet wird.

MELLEN ▪ Aufmerksam verfolgten die Schülerinnen des Gertrud-Bäumer-Berufskollegs Lüdenscheid und Plettenberg die Erklärungen von Gerhard Drees. Als Mitglied des Wasserbeschaffungsverbandes Mellen brachte er seinen Zuhörern die Abläufe der dorfeigenen Wasserversorgung nahe. Von Jana Peuckert

Als Teilnehmer der Gruppe „50:50“ beschäftigen sich etwa 20 Schülerinnen aus Plettenberg und Lüdenscheid, die im Berufskolleg eine Ausbildung zur Erzieherin absolvieren und gleichzeitig ihr Abitur machen, mit Fragen rund um Umweltschutz und Energiesparmodellen. In diesem Rahmen stehen vier bis fünf Exkursionen im Jahr auf dem Plan.

Gestern nun machte ein Teil der Gruppe Station in Mellen. Während eines Rundgangs durch das Dorf, erfuhren die jungen Frauen, dass sich der Wasserbeschaffungsverband 1939 mit dem Ziel, den Ort selbst mit Wasser zu versorgen gegründet hat. „1939 hatte jeder noch einen eigenen Brunnen. Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir zu einer zentralen Wasserversorgung kommen könnten“, erklärte Drees. Schließlich entstand der Plan, das Wasser über verschiedene Quellen zu gewinnen.

„Wir sind an keinen überregionalen Versorger angebunden. Wir beziehen unser Wasser über eine Schürfquelle, eine Saugheberquelle und zwei Tiefbrunnen“, gibt Drees an. Auf Nachfrage erklärte er die Funktionsweise der Schürfquelle. Dabei liege ein etwa 80 Meter langes geschlitztes Rohr etwa anderthalb Meter tief in wasserführenden Untergrund, wo es Wasser aus dem Boden aufnimmt. Das Wasser aller Quellen landet in einem großen Sammelbehälter im Dorf. Dort wird es durch die Zugabe von Chlor aufbereitet.

Anschließend geht es weiter in einen Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 160 Kubikmetern. „Das entspricht zwei Tagesbedarfsmengen“, erklärte Drees. Vom Hochbehälter gelangt das saubere Nass über ein Gefälle schließlich ins Dorf, zu den 180 Abnehmern.

Für die umweltinteressierten Schülerinnen war der Ausflug nach Mellen sehr aufschlussreich. Sie freuten sich, ein Wassergewinnungssystem kennengelernt zu haben, das die Umwelt schont. „Unsere Welt gibt es nur einmal. Ich finde sie schön und möchte, dass sie auch so bleibt. Darum ist es so wichtig, etwas für die Umwelt zu tun“, gibt Katharina Appel den Grund an, der sie dazu bewegt, an der Gruppe teilzunehmen. Mit dabei war auch ihr zweijähriger Sohn Max, der sichtlich Spaß daran hatte, seine Mama während des Ausflugs zu begleiten.

Für Priscilla Kaemper spielt noch ein ganz anderer Aspekt eine wichtige Rolle, sich in der Gruppe „50:50“ zu engagieren: „Wir werden ja alle zu Erzieherinnen ausgebildet. Dabei ist es wichtig, ein Vorbild für die Kinder zu sein und ihnen zu zeigen, dass man sich für die Umwelt einsetzen muss. Vielleicht übernehmen sie das Verhalten ja dann.“

Die Lehrerinnen Sandra Grothmann und Sieglinde Drees, die die Exkursion begleiteten, zeigten sich begeistert vom Interesse ihrer Schützlinge. „Wer an vier von fünf Ausflügen teilnimmt, erhält ein Umweltzertifikat. Das macht bei einer späteren Bewerbung einen guten Eindruck“, weiß Grothmann. Insbesondere deshalb, weil die Exkursionen außerhalb der regulären Schulzeit, und damit während der Freizeit der jungen Frauen angesiedelt sind.

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