„Die Schöne und das Biest“ verzaubert Publikum

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Nur die schöne Belle kann das Biest von seinem Fluch erlösen.

Balve - Das Publikum – der unbekannte Faktor. „Man weiß im Vorfeld nicht, ob man den Geschmack des Publikums trifft. Sei es mit der Auswahl des Stückes oder mit der Inszenierung“, weiß Regisseurin Anke Lux um die jährlich wiederkehrende Herausforderung der Märchenspiele. Das Ensemble der Festspiele Balver Höhle feierte am Samstagnachmittag mit „Die Schöne und das Biest“ Premiere im Felsendom.

Und es wurde seinem Ruf abermals gerecht. Tosender Applaus war der verdiente Lohn für die monatelangen Text- und Gesangsproben sowie die wochenlangen Arbeitsstunden an Bühnenbild und Kostümen. Das Gesamtbild verzauberte im wahrsten Sinne des Wortes kleine und große Besucher – denn ein Zauber ist es, der aus dem einst schönen Prinzen ein hässliches Biest werden lässt, das nur durch wahre Liebe von seinem Fluch erlöst werden kann.

„Das Stück ist vor allem musikalisch eine echte Herausforderung“, beschrieb Anke Lux im Vorfeld den besonderen Schwierigkeitsgrad der diesjährigen Aufführungen. Die Gesangstechnik sei anspruchsvoll, die Darsteller bräuchten ein gutes Ohr. „Mit eben mal heruntersingen ist das nicht getan“, so die Regisseurin.

Doch das viele Üben zahlte sich aus. Die „Gänsehaut-Balladen“ und schwungvollen, heiteren Musikstücke meisterten die Laiendarsteller mit Bravour – eine Leistung, die das Publikum zu schätzen wusste. Es ließ sich vor allem bei den flotten Liedern anstecken, klatschte im Rhythmus mit und applaudierte nach den Musikbeiträgen reichlich.

Mehr Bilder von der Premiere:

"Die Schöne und das Biest" in der Balver Höhle

Mit dem Märchen nach Jeanne-Marie Leprince de Beaumont haben sich die Festspiele eine weltbekannte Geschichte ausgesucht, die Klein und Groß nahezu in- und auswendig kennen. „Es ist schwierig, die festen Bilder, die das Publikum im Kopf hat, auch zu bedienen“, nannte Anke Lux eine zweite große Hürde, die es für das Ensemble zu nehmen galt. „Die Geschichte eins zu eins nachzuspielen ist aber langweilig. Viele Zuschauer werden Lieblingslieder aus dem Stück haben – werden die dann nicht gespielt, ist das sicherlich eine weitere Enttäuschung“, ist sie überzeugt.

Einen „Eins zu eins-Abklatsch“ vom Film wollten die Regisseurin und ihr Team keinesfalls auf die Bühne bringen. Auch hier hat das Ensemble Ideenreichtum bewiesen – aus diversem Szenenapplaus lässt sich schließen, dass die Inszenierung durchweg den Geschmack des Premierenpublikums traf. Vor allem die dramatische „Balkon-Sturz-Szene“ ließ dem einen oder anderen durchaus einen unerwarteten Schrecken in die Glieder fahren.

Die Liebe zum Detail ist es auch diesmal, die das Märchenmusical zu einem besonderen Erlebnis für die Zuschauer werden lässt. Von der bösen Maske des Biests bis hin zu den verzauberten Schlossangestellten, die als Kanne und Tassen, Besteck, Staubwedel, Kerzenleuchter und Uhr seit dem Zauber der Fee ihr Dasein im Schloss des Prinzen fristen, stellten die Verantwortlichen wieder einmal ihre Kreativität unter Beweis. Entsprechendes gilt für die Kulissen. Dank vieler guter Ideen werden die Märchen-Szenen auf der Bühne lebendig – das Publikum bekommt die Gelegenheit, sich von der Spielbegeisterung der Darsteller anstecken, mitreißen und mit der Geschichte treiben zu lassen.  - Von Susanne Riedl

Weitere Termine für märchenhafte Momente: 5. und 7. Mai jeweils 10 Uhr; 10. und 11. Mai um 16 Uhr; 12. Mai um 10 Uhr; 16. Mai um 18 Uhr; 17. und 18. Mai um 16 Uhr; 23. Mai um 20 Uhr; 24., 25. Mai und 29. Mai um 16 Uhr; 30. Mai um 18 Uhr; 31. Mai, 1., 7. und 8. Juni 16 Uhr.

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