„Die Menschen ansprechen“

Monsignore Dr. Cosmas Alule feiert während seines Aufenthaltes in Garbeck sein 25-jähriges Priesterjubiläum -  Foto: Kolossa

GARBECK -  Der Garbecker Regen stört Monsignore Dr. Cosmas Alule nicht, der seit dem 30. Juli hier die Urlaubsvertreung für die heimischen Priester übernimmt. „Auch bei uns in Uganda ist Regenzeit,“ sagt er. Seit 1998 ist Alule regelmäßig im Sauerland zu Gast, der Aufenthalt diesmal ist für ihn jedoch etwas Besonderes: An seinem Weihetag, dem 27. August, feiert er sein 25-jähriges Priesterjubiläum.

„Predigen war für mich sehr attraktiv, ich wollte viele Menschen ansprechen“, erinnert er sich. „Das Evangelium liegt mir am Herzen.“

Geboren wurde Cosmas Alule am 11. Dezember 1960 als eines von drei Geschwistern in Arua im Nordwesten Ugandas. Theologie studierte er zunächst im Priesterseminar Ggaba in Uganda und ab 1985 an der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom. Den Bachelor-Abschluss erreichte er 1987 und den Magister-Abschluss im Fach Dogmatik 1989. Vom damaligen Bischof Frederick Drandua in Arua wurde er am 27. August 1988 zum Priester geweiht. Seine Seelsorgearbeit begann er 1989 als Kaplan in Rhino Camp Parish im Bistum Arua. 1991 wurde er Dozent für Dogmatik am Priesterseminar Ggaba. Zur Vorbereitung auf die Promotion konnte er von 1995 bis Februar 2000 an der Hochschule St. Georgen in Frankfurt studieren. Seine Doktorarbeit behandelte das Verhältnis zwischen Taufe und Glaube.

Im Juni 2000 wurde Cosmas Alule Pfarrer in seiner Heimatgemeinde Ocodri in der Diözese Arua. Die Leitung der Pfarrei „Christ the King“ in der Bischofsstadt wurde ihm im November 2001 übertragen. Seit 2007 ist er Rektor des Priesterseminars Alokolum bei Gulu im Norden Ugandas.

Während seines Studienaufenthaltes in Frankfurt konnte er in den Semesterferien Urlaubsvertretungen in der Seelsorge übernehmen, anfangs in Österreich, später in Garbeck und Langenholthausen. Nach seiner Rückkehr übertrug ihm Bischof Drandua die Pfarrerstelle in Ocodri, um sein besonderes Vorhaben, den Bau einer Krankenstation, dort verwirklichen zu können.

Der Kontakt ins Sauerland entstand, als 1998 der damalige Pfarrer Theo Kramer eine Urlaubsvertretung suchte. Während des Urlaubs erkrankte Pfarrer Kramer schwer und konnte seinen Dienst nicht wieder aufnehmen. Ein Jahr lang fuhr Father Cosmas daher an jedem Wochenende von Frankfurt per Bahn ins Sauerland, um in Garbeck und Langenholthausen Gottesdienste zu feiern. Der Kontakt brach auch nach der Rückkehr in seine Heimat nicht ab. Seinen jährlichen Urlaub nutzte er, um zunächst in Garbeck und Langenholthausen und später im Pastoralverbund Oberes Hönnetal und schließlich im Pastoralverbund Balve-Hönnetal die Priester zu vertreten.

Im Sommer 2001 kam Cosmas Alule in Begleitung seines Mitbruders Celestino Onzima. Beide suchten – auch im Auftrag ihres Bischofs - nach einem Weg, in der Diözese Arua Kolpingsfamilien aufzubauen. Heute gibt es 20 Kolpingsfamilien in der Diözese. Zur Pflege der Partnerschaft zwischen den Kolpingsfamilien Garbeck und Vurra gründeten Ina und Theo Steffens und Franz Stein 2002 den Uganda-Kreis. Die Beziehung ist durch die gegenseitigen Besuche und den Kontakt über Telefon, Briefe und Mails sehr stark geworden.

Die Verwirklichung verschiedener Projekte hat die Situation in einem kleinen Teil Ugandas verändert. Aber auch im Pastoralverbund habe Uganda einen anderen Stellenwert bekommen, wissen die Mitglieder des Garbecker Pfarrgemeinderates. Man interessiere sich für das Land und seine Menschen.

Viel sei geschehen in den 25 Jahren als Priester: „Ich habe Demut vor dem Leben eines Priesters gelernt, und dass ich selber nichts bewegen kann – nur die Gnade Gottes kann das,“ resümiert Alule. Sein Priesterjubiläum wird am Mittwoch, 27. August, um 18 Uhr in der Pfarrkirche Heilige Drei Könige gefeiert. Die Festpredigt hält der inzwischen in den Ruhestand getretene Bischof Frederick Drandua.

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