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Die A45-Sperrung und die Auswirkungen auf Balve: „Fahren direkt in den Stau“

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Von: Julius Kolossa

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Kein Durchkommen mehr: Die marode A 45-Rahmedetalbrücke ist seit Anfang Dezember gesperrt. Seitdem nutzen viele Auto- und Lastwagenfahrer auch das Hönnetal durch Balve als Ausweichstrecke.
Kein Durchkommen mehr: Die marode A 45-Rahmedetalbrücke ist seit Anfang Dezember gesperrt. Seitdem nutzen viele Auto- und Lastwagenfahrer auch das Hönnetal durch Balve als Ausweichstrecke. © Cedric Nougrigat

Die Auswirkungen der A 45-Sperrung sind auch im Stadtgebiet von Balve deutlich zu spüren.

Seit die Autobahn am 2. Dezember aufgrund der maroden Talbrücke Rahmede zwischen den Anschlussstellen Lüdenscheid-Nord und Lüdenscheid dicht ist, nehmen viele Autos und Lastwagen die Strecke durch Balve und das Hönnetal als Ausweichroute – sehr zum Leidwesen der heimischen Unternehmen.

Denn vor allem zu den Stoßzeiten kommt es immer wieder zu Verkehrsproblemen. Rund um den Kreisverkehr im Zentrum bilden sich Staus. Mittendrin in dem Chaos sind viele Schwerlasttransporte mit auswärtigen Kennzeichen, die ihrem Navi folgend die Route durch das Hönnetal nutzen.

Erhöhtes Verkehrsaufkommen

„Wir fahren direkt in den Stau“, sagt Martin Gruschka, Prokurist von Chemie Wocklum. Das Unternehmen hat seinen Sitz in der Helle. Täglich machen sich 32 Lastwagen von diesem Standort in Balve auf den Weg zu den Kunden. „Mit den Tankfahrzeugen sind wir überregional unterwegs.“ Gruschka weiß um das erhöhte Verkehrsaufkommen, von dem er auch ganz persönlich betroffen ist. Als Geschäftsführer der zur Wocklum-Gruppe gehörenden Steinebach Chemie GmbH hat er ebenfalls noch ein Büro in Lüdenscheid. „Auch im Auto muss ich im morgendlichen Berufsverkehr und im Feierabendverkehr bedeutend mehr Zeit einplanen.“ Für seine Lkw-Fahrer mit ihren 60-Tonnern, die auf den Straßen unterwegs sind, bedeute dies außerdem auf dem Weg zu den Kunden noch mehr Stress. „Die erste Woche war ganz schlimm – wir sind besonders an unserem Standort in Lüdenscheid direkt von der Katastrophe betroffen, und zwar als Auslieferer und auch als Empfänger.“ In Lüdenscheid gehören zwölf Lastwagen zum Fuhrpark.

Etwa eineinhalb Stunden mehr an Fahrzeit muss eingeplant werden. Damit einher gehen längere Wegstrecken und großräumige Umfahrungen, die auf den Autobahnen wegen der Mautgebühr ins Geld gehen. Und auch die Lkw-Fahrer, die dadurch länger als sonst hinter dem Steuer sitzen, kosten mehr Geld. Gruschka: „Ich hoffe, dass der Neubau der dringend erforderlichen Rahmende-Talbrücke schnell erfolgt. Ich befürchte aber, dass das Projekt wegen der bei uns üblichen Bürokratie nur sehr langsam vorangehen wird.“

Das Hoffen auf schnelle Fortschritte

Auf schnelle Fortschritte hofft auch Eduard Ortlieb vom Unternehmen Ortlieb-Transporte in Balve. Hier sind 24 Lastwagen von 3,5 bis 40 Tonnen im Einsatz. Nach der Winterpause werden nun auch wieder die regelmäßigen Fahrten mit drei Fahrzeugen Richtung Frankfurt und Stuttgart aufgenommen. „Es wird sich zeigen, welche Ausweichstrecken wir fahren werden – auf jeden Fall rechnen wir mit verspäteten Lieferzeiten und steigenden Kosten.“ Ortlieb weiter: „Diese Umleitungen und Staus bedeuten Stress.“ Mehr als ein Appell an die Verantwortlichen, dieses Nadelöhr auf der A45 möglich schnell zu lösen, ist für ihn nicht drin. „Man wird sich mit der Entscheidung abfinden und damit leben müssen.“

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