Dichtheitsprüfungen sind Thema bei Bürgerversammlung

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71 Eisborner wollten wissen, wie die Dichtheitsprüfungen ablaufen. ▪

EISBORN ▪ Den bevorstehenden Dichtheitsprüfungen war eine Bürgerversammlung in der Schützenhalle gewidmet, die auf Einladung von Ortsvorsteher Martin Danne am Mittwochabend stattfand. Neben Bürgermeister Hubertus Mühling waren 71 Interessierte gekommen. Genau 100 mehr Anschlüsse gibt es jedoch in Eisborn, die betroffen sind. Diese müssen bis Ende 2015 die Dichtheit ihrer Abwasserleitungen nachweisen. Carsten Glänzel und Hans-Jürgen Karthaus von den Stadtwerken erläuterten Hintergründe und Verfahren. Von Michael Koll

Undichte Rohre seien aus drei Gründen ein Problem: Zum einen dringe Grundwasser in die Kanäle. Das führe zu einem höheren Aufwand in den Kläranlagen und somit zu steigenden Abwassergebühren. Zum anderen gelangt austretendes Schmutzwasser ins Trinkwasser. Außerdem würden Wurzeln in die Abwasserrohre wachsen. Gemeinsam mit Erde bildeten diese Verstopfungen. Letztlich könnten die Rohre brechen oder einstürzen.

Um dem entgegen zu wirken, solle die Dichtheit der Rohre geprüft werden – mit Luft-, Wasserdruck oder einem optischen Verfahren mit Kamera. Letzteres ist die kostengünstigste Variante und auch die in Balve durch die Gemeinde-Entwässerungs-Satzung vorgeschriebene, erläuterte Glänzel. In Städten wie Werdohl wurde die Kamera-Option jedoch als nicht ausreichend angesehen.

Durchgeführt werden darf die Prüfung nur von zugelassenen Sachkundigen. Zudem müssen sie die Dokumentation auf DVD gewährleisten. Die Kosten können in ländlichen Gebieten schnell in die Tausende gehen. Deshalb, so Glänzel, sei es ratsam, dass sich Nachbarn oder Straßenzüge zusammenschließen, um ein kostengünstiges Angebot zu erhalten.

Ein solches, so die Überzeugung von Glänzel, bieten die Stadtwerke den Bürgern: Eine Firma, mit der die Stadt seit 1996 zusammenarbeitet, hat ein Angebot vorgelegt. Wer es annehmen wolle, so der Bürgermeister, müsse bis zum 1. Juli eine Erklärung unterzeichnen.

Damit nicht alle Bürger in NRW mit ihrer Prüfung bis 2015 warteten und dann die Preise explodieren, hat das Land die Kommunen beauftragt, selbst festzulegen, in welcher Reihenfolge einzelne Stadtteile die Prüfungen durchzuführen haben. Das erklärte der Bürgermeister. In Balve sei der Start in Eisborn. Die Einwohner des Ortsteils hätten bis Ende 2012 Zeit, die Nachweise über ihre Prüfungen zu erbringen. Da die Stadt die öffentliche Kanäle nach den Sommerferien überprüfen lasse, habe sich die Möglichkeit ergeben, den Bürgern das Angebot zu machen. Nach Eisborn folgten dann die Stadtteile Beckum, Mellen, Langenholthausen, Garbeck und Balve-Stadt.

Doch das Angebot der Stadt Balve stieß bei den Eisborner Bürgern nicht auf Gegenliebe. Sie wollen nun eigene Angebote einholen und sich in zwei, drei Wochen erneut treffen, um diese zu diskutieren.

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