Tagesmütter in Balve

Deshalb kümmert sich eine 34-Jährige Mutter um fremde Kinder

Tagesmutter Bianca Seitz mit den Pflegemädchen Sophie und Marlene bekommt von der Awo-Fachberaterin Daniela Wall (rechts) einen Weihnachtsstern.
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Tagesmutter Bianca Seitz mit den Pflegemädchen Sophie und Marlene bekommt von der Awo-Fachberaterin Daniela Wall (rechts) einen Weihnachtsstern.

Fünf Tagesmütter gibt es im Balver Stadtgebiet. Erst kürzlich ist eine dazugekommen. Sie wohnt in Beckum. Daniela Wall, Fachberaterin für Kindertagespflege der Arbeiterwohlfahrt, hat sie besucht.

Beckum ‒ Marlene und Sophie fühlen sich wohl: Ausgeschlafen und gut gefrühstückt geht es an die frische Luft. Die beiden Mädchen, 16 und 21 Monate alt, sind quietschvergnügt bei dieser Tour mit Bianca Seitz und Hund Bruno. „Und gleich basteln wir Weihnachtsgeschenke zu Ende“, stellte Bianca Seitz das weitere Tagesprogramm vor. Dazu gehört außerdem noch Kochen, Mittagessen und Spielen, bis die Mädchen von ihren Müttern um 14.30 Uhr abgeholt werden.

Bianca Seitz ist seit diesem März zertifizierte Tagesmutter – die einzige in Beckum. „Drei weitere gibt es in Garbeck und eine in Balve“, erzählt sie. „Dabei ist der Bedarf für weitere Betreuung da.“ In der Anfangszeit nach ihrer Ausbildung darf eine tagesmutter maximal drei Kinder betreuen. Das ist ein Job, der die 34-jährige Mutter von zwei eigenen, sechs und neun Jahren alten Kindern voll und ganz ausfüllt.

Durch ihren eigenen Nachwuchs kam sie auf die Idee, sich zur Tagesmutter ausbilden zu lassen. „Man muss kreativ sein zu jeder Jahreszeit“, stellt sie dar, was ihren Beruf ausmacht. 160 Stunden dauerte diese Ausbildung bei der VHS, wobei mit der Fachberaterin für Kindertagespflege der Arbeiterwohlfahrt, Daniela Wall, kooperiert wurde.

Weil Tagesmütter selbstständige Unternehmerinnen sind und wöchentlich entweder 24, 35 oder 45 Stunden Betreuungszeit anbieten, wird auch dem wirtschaftlichen Aspekt viel Zeit eingeräumt, wie Daniela Wall betont. Außerdem stehen rechtliche Fragen auf dem Kursplan, und selbstverständlich ganz viel Pädagogik.

Tagesmütter haben einen ebensolchen Bildungs- und Erziehungsauftrag wie Kindertageseinrichtungen.

Daniela Wall, Fachberaterin für Kindertagespflege der Arbeiterwohlfahrt

„Die Tagesmutter muss eine Mappe über das von ihr angebotene Konzept erstellen, und auch Bildungsdokumente über die Entwicklung der Kinder führen.“ Das Niveau ist hoch, denn: „Tagesmütter haben einen ebensolchen Bildungs- und Erziehungsauftrag wie Kindertageseinrichtungen.“ Bezahlt werden diese Mütter vom Jugendamt.

Daniela Wall weist auf den neuen Kurs in Altena ab März 2021 hin: „Hierzu findet ein Informationsabend am 13. Januar in der VHS in Altena statt – es ist übrigens der letzte Kurs mit 160 Stunden. Denn die Kurse danach haben einen Umfang von 300 Stunden.“ Doch auch die „kürzere“ Version hat es in sich, denn die Teilnehmer werden von Anfang an intensiv geschult. „Vorab muss von jedem Haushalt ein polizeiliches Führungszeugnis und ein ärztliches Attest von allen ab 18 Jahren vorliegen, und es findet eine Eignungseinschätzung statt“, weißt die Fachberaterin auf das hin, was vor der Schulung abläuft.

Für Bianca Seitz hat sich der Arbeitsaufwand gelohnt. Die Beckumerin ist zufrieden, jetzt mit Kindern arbeiten zu dürfen und Familie und Beruf vereinbaren zu können. „Tagesmutter will ich auf jeden Fall viele Jahre bleiben.“ Zurzeit betreut sie täglich drei Kinder unter drei Jahren; nach etwa einem Jahr kann sie eine Erlaubnis für maximal fünf Kinder erhalten.

Informationen: Die Fachberaterin Kindertagespflege der Awo, Daniela Wall, ist unter Tel. 0 23 51/ 38 18 97 und per E-Mail unter daniela.wall@awo-ha-mk.de zu erreichen

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