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Der Hansi Flick des Freedivings zu Gast in Balve

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Von: Julius Kolossa

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Tauchen ohne Atemgerät: Wie das Freediving richtig funktioniert, erläuterte Experte Werner Giove den Balver Tauchern am Wochenende.
Tauchen ohne Atemgerät: Wie das Freediving richtig funktioniert, erläuterte Experte Werner Giove den Balver Tauchern am Wochenende. © Kolossa, Julius

Der für Menschen natürlichste Umgang mit dem Element Wasser wurde am Samstag im Balver Hallenbad vermittelt: das Tauchen ohne Atemgerät als sogenanntes Freediving.

„Sich nur mit der Luft in der Lunge unter Wasser fortbewegen, ist einfach nur entspannend“, erzählte Sigrid Schmidt, die Vorsitzende vom Verein zur Förderung des Tauch- und Wassersports in Balve. Sie war es auch, die diesen Workshop initiierte.

Dazu verpflichte sie – wie schon im Jahr 2019 – wieder Werner Giove als Referenten. Giove ist nicht nur Gründer der „Freedive Academy“, sondern seit 2020 zugleich auch Freediving-Bundestrainer und damit quasi der Hansi Flick des Freitauchens. „Bei diesem Wassersport ist es wichtig, die Kontrolle über den Körper zu behalten“, erläuterte Giove.

Theorie und Praxis

Die dafür erforderlichen Grundlage erklärte der Experte zunächst in einem theoretischen Teil an Land. So erklärte Giove den Kursteilnehmern unter anderem, wie sie bewusster mit der Atmung umgehen können und auf diese Weise ein längerer Aufenthalt unter Wasser ermöglicht wird. Die praktische Umsetzung erfolgte dann im 1,40 Meter tiefen Wasser des Hallenbades.

„Ich kann mich dabei entspannen“, stellte Sandra Voß fest. Sie ist Freediverin, und weiß diesen Workshop zu schätzen: „Man lernt immer noch etwas Neues dazu, wie die Atemtechnik optimiert werden kann.“ Der Trainer brachte den Freedivern den Umgang mit dem Atemreiz durch Konditionstraining wie Schwimmen oder Laufen, aber auch Ruhepausen, bei. Hierzu gehörte, lang ausgestreckt im Wasser liegend, sich auf den Partner zu verlassen, der den Körper über und unter Wasser drehte.

Großes Interesse: Workshop wird wiederholt

„Das Interesse an diesem Workshop war groß“, so Sigrid Schmidt. „Wir werden deswegen einen weiteren Kurs anbieten.“ Bundestrainer Werner Giove wird dann dafür aber nicht mehr zur Verfügung, ist er doch inzwischen alle zwei Wochen bundesweit als Kursleiter unterwegs. Sein Wissen gibt er auf diese Weise an möglichst viele Vereine weiter.

Den zweiten Kurs wird deshalb Sigrid Schmidt übernehmen und den Vereinsmitgliedern Grundlagen dieses Sports vermitteln. „Freediving ist Achtsamkeit und ganz viel Empathie“, sagte sie abschließend.

Hintergrund: Beim Freediving beziehungsweise Apnoetauchen geht es darum, die Kapazität der Lunge zu erweitern. Denn bei hohem Druck verringert sich unter anderem deren Volumen. Bei einer Tiefe von 30 Metern drücken bereits vier Bar auf den Körper, so dass die Lunge nur noch 25 Prozent ihrer eigentlichen Größe hat. Mit speziellen Atemübungen arbeiten Freediver dagegen.

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