Denkmal-Politik der vergangenen Jahre macht Balve jetzt Probleme

+
Der Backhausspeicher in Beckum ist in keinem guten Zustand mehr und soll deshalb abgerissen werden.

Balve - Die Stadt Balve hat in den 1980er- und 90er-Jahren durch Entscheidungen der damaligen Ratsmitglieder viele Gebäude zu Denkmälern ernannt. Inzwischen verfallen einige so sehr, dass eine Sanierung die Eigentümer finanziell überfordert

So der Backhausspeicher an der Dorfstraße in Beckum. Ein vom Landschaftverband Westfalen-Lippe in Auftrag gegebenes Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass etwa 117 000 Euro für eine denkmalgerechte Instandsetzung erforderlich seien. Diese möchte der Eigentümer nicht durchführen, stellte deshalb einen Antrag auf Abtragung des Daches und des Fachwerks. Der Zustand dieser Gebäudeteile wurde jeweils als einsturzgefährdet bezeichnet, so dass ein sofortiger Abriss erforderlich sei. 

Diesem Antrag stimmte der Rat mit drei Enthaltungen aus den Reihen der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) zu. Für Peter Glasmacher war dies „bedauerlich“, sei doch dieser Speicher ein „Beispiel für das Bild des Dorfes“. Heinrich Stüeken regte an, Teile dieses Hauses zu erhalten. 

Wie soll zukünftig entschieden werden?

Damit war der Rat bei der Frage, wie denn zukünftig über den Zustand der Denkmäler zu entscheiden sei. Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) sieht keinen Handlungsspielraum für die Stadt, auch weil eine systematische Begutachtung nur mit qualifiziertem Personal zu bewerkstelligen sei. Und dieses hat die Stadt nicht. Selbstkritisch wies Mühling auf die früheren Entscheidungen des Stadtrates hin, die „sehr oberflächlich“ sehr vieles unter Denkmalschutz gestellt hatte: „Balve ist die Stadt mit den meisten eingetragenen Denkmälern im Märkischen Kreis.“ 

Der von Cay Schmidt (SPD) eingebrachte Vorschlag, ein Denkmalkonzept als Projekt für die Regionale anzustreben, wurde von der Verwaltung zur Kenntnis genommen, während der Abbruchantrag einstimmig vom Rat angenommen wurde. Nur drei UWG-Mitglieder enthielten sich ihrer Stimme.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare