Demenzcafé in Balve endlich eröffnet

Eine Menge Gäste hörte aufmerksam zu, als am Samstag das Demenzcafé im Gesundheitscampus Balve eröffnet wurde. - Fotos: Kolossa

Balve -  „Wir hoffen, dass unser Hilfsangebot für Balve und Umgebung angenommen wird, bevor der pflegende Angehörige an seine Grenzen stößt“, machte Heike Guth-Mindhoff am Samstag bei der offiziellen Eröffnung des Vereins „Treffpunkt Demenz Balve e.V.“ im Gesundheitscampus Werbung in eigener Sache.

„Unser Betreuungsangebot ist von der Bezirksregierung Düsseldorf anerkannt.“

20 Frauen und Männer haben dafür im Februar 2014 eine 30-Stunden-Schulung absolviert, die vom Gesundheitscampus finanziert wurde. Miriam Manns, Fachkraft für Gerontopsychiatrie, nahm die Ausbildung im Auftrag des Demenz-Servicezentrums der Region Dortmund vor. Im Gesundheitscampus, im Bereich der ehemaligen Ambulanz, wurden die Räume zur Verfügung gestellt.

Die Eröffnung hatte sich wegen der Klärung versicherungsrechtlicher Fragen ein wenig verzögert, so dass die Arbeit des eingetragenen Vereins erst jetzt richtig beginnen kann. Ziel ist die Verbesserung der Lebenssituationen von Menschen mit Demenz in Balve und Umgebung sowie die Entlastung der Angehörigen.

Heike Guth-Mindhoff, die im Rahmen der Vereinsgründung im Oktober zur Vorsitzenden gewählt wurde, wies darauf hin, dass mit dem Demenzcafé Freiräume für betreuende Angehörige geschaffen werden sollen, damit diese eigene Interessen verfolgen können. Im Café soll derweil der Mensch mit Demenz nach seinen Möglichkeiten gefordert werden. Dafür soll auch eine Vernetzung mit anderen Vereinen erfolgen.

Verein zeigt "gelebte Nächstenliebe"

Für Michael Lehner von der Christusgemeinde zeigte sich in diesem Verein „gelebte Nächstenliebe“, wie er in seinem Grußwort ausführte. Pfarrer Christian Weber, Evangelische Gemeinde, freute sich über die Wegbegleitung, das Verständnis, das offene Ohr, und Diakon Gerd Eisenberg stellte dar, dass der Verein auch Frauen und Männer, die zum Beispiel türkisch, italienisch, spanisch oder russisch sprechen, ausbilden möchte.

„Unsere Tätigkeit hat keinen kirchlichen Träger. Wir arbeiten frei und unabhängig vom jeweiligen Glauben und der Herkunft“, sagte er.

Bürgermeister Hubertus Mühling hoffte, dass mit dem Demenzcafè ein wichtiger Beitrag geleistet werde, die Scham vor dieser Krankheit abzubauen. Die Stadt unterstütze dieses Angebot gern. Johannes Schulte, Vorsitzender vom Ausschuss Schule, Kultur, Soziales, Sport, lud den Vereinsvorstand zur nächsten Ausschuss-Sitzung ein, um dort die Arbeit vorzustellen.

Auch von Ingo Jackschies, Geschäftsführer vom Gesundheitscampus, und Bernd Krämer, Geschäftsführer der Bürgerstiftung Balve, gab es lobende Worte und Puzzles als Unterstützung für die Arbeit.

Nach dem offiziellen Teil fand der Tag der offenen Tür statt, bei dem die Besichtigung der Räume und Gespräche im Mittelpunkt standen.

Das Demenzcafè ist montags von 14 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Anmeldungsgespräche bieten Bärbel Eilers, Tel.: 01 75/ 4 89 08 48, oder Sonja Ulbrich, Tel.: 01 76/ 31 12 11 31, nach Terminvereinbarung oder während der Öffungszeiten an. Von den Krankenkassen können die Kosten für dieses Betreuungsangebot erstattet werden.

Von Julius Kolossa

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