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Das Hönnetal als Nationales Naturmonument? Experte sieht Chancen

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Von: Julius Kolossa

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Die Feldhofhöhle ist eines der Highlights im Hönnetal. Jedes Jahr schauen sich viele Wanderer und Touristen die Höhle an.
Die Feldhofhöhle ist eines der Highlights im Hönnetal. Jedes Jahr schauen sich viele Wanderer und Touristen die Höhle an. © Kolossa, Julius

Balve – Wird aus dem Hönnetal ein Nationales Naturmonument? Das zumindest schlägt Höhlenforscher Stefan Voigt vor, der dem Hönnetal großes Potenzial attestiert. 

„Ihr habt hier im Hönnetal ganz viel Potenzial, das Ihr heben könnt. Macht ein Nationales Naturmonument daraus – das ist die größte Adelung für eine Region.“ Stefan Voigt, Höhlenforscher aus Ennepetal, weiß, wovon er redet. Der 58-Jährige ist seit 1979 Höhlenforscher, nachdem ihn seine Eltern auf der Schwäbischen Alb mit auf eine Höhlentour nahmen.

1981 entdeckte er seine erste Großhöhle in Hagen. Mit 17 Jahren wurde er Mitglied im Arbeitskreis Kluterthöhle in Enneptal, seit 1987 ist er dessen Vorsitzender. 2018 wurde ihm für seine Leistungen der Dr.-Benno-Wolf-Preis vom Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher als oberstem Gremium verliehen. Im selben Jahr bekam Voigt auch das Bundesverdienstkreuz. Beruflich ist der Ennepetaler als selbstständiger Garten- und Landschaftsbaumeister mit 20 Angestellten tätig, in seiner Freizeit erkundet er die Unterwelt.

Experte hat schon mehr als 100 Höhlen entdeckt

„Ich habe schon mehrere hundert Höhlen entdeckt“, erzählt Voigt der Redaktion bei einem Spaziergang durch das Hönnetal. Nach wie vor ist er auf der Suche. Dabei geht er den direkten Weg, indem er die Eigentümer und Kommunen bei seinen Höhlenforschungen mit ins Boot nimmt. So ist es ihm erlaubt, in Hagen, Wuppertal, dem Ennepe-Ruhr-Kreis und dem Oberbergischen Kreis, auf Entdeckungsreise zu gehen. Stefan Voigt hat sich einen Namen gemacht als Forscher und auch als Eigentümer: „Ich kaufe Höhlen, um deren Zukunft zu sichern.“

Höhlenforscher Stefan Voigt aus Ennepetal steht vor den Sieben Jungfrauen.
Höhlenforscher Stefan Voigt aus Ennepetal steht vor den Sieben Jungfrauen. © Kolossa, Julius

Vom Hönnetal aber lässt er die Finger: „Hier sind mit dem Naturhistorischen Verein Hönnetal und dem Hemeraner Höhlenverein Vereine vor Ort, die gute Arbeit machen.“ Dass bei dieser Arbeit momentan der Erhalt des Hönnetals im Mittelpunkt steht, ist Voigt bewusst. Denn bekanntlich plant der Kalkproduzent Lhoist seinen Steinbruch im Hönnetal zu erweitern. Seit den 1980er-Jahren kennt Voigt die Region, und auch die Feldhofhöhle.

Alle Beteiligten sollen an einen Tisch

„Höhlen sind geschützte Biotope“, betont er nochmals, dass das Hönnetal über viel Potenzial verfüge. Gerne würde er unterstützend zur Seite stehen, um ein Nationales Naturmonument entstehen zu lassen. Drei Jahre habe es gedauert, bis die Kluterthöhle als ein solches Monument anerkannt wurde. Auch im Hönnetal sei dies möglich: „Dafür müssen sich alle Vereine, Städte und Eigentümer an einen Tisch setzen.“ Und: „Es muss lösungsorientiert gedacht werden – der Kalkabbau wegen seiner Nutzung in vielen Lebensbereichen auf lange Sicht wird nicht verhindert werden können, doch es muss verhindert werden, dass der weitere Abbau auf der Westseite in Richtung Deilinghofen geschieht. Immerhin stehen die Felskulissen mit den Sieben Jungfrauen als Felsmassiv auf der Ostseite noch.“

Nationale Naturmonumente

Zu Nationalen Naturmonumenten können Gebiete erklärt werden, die aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen und wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit von herausragender Bedeutung sind. In Nordrhein-Westfalen wurden 2017 die Bruchhauser Steine und 2019 das Kluterthöhlensystem als Nationale Naturmonumente ausgewiesen. Bundesweit gibt es nur zwei weitere Schutzgebiete dieser Kategorie.

Spektakulär ist der Hönne-Canyon, der sich durch das Hönnetal schlängelt“, zählt Voigt weitere Vorzüge des Hönnetals auf. Diese dauerhaft zu erhalten, dabei möchte der Experte den Akteuren vor Ort unterstützend zur Seite stehen.

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