Dagmar Freitag steht Schülern Rede und Antwort

Dagmar Freitag berichtete aus ihrem Alltag in Berlin.

BALVE - „Das war Politik zum Anfassen“, meinte Schulleiterin Nina Fröhling von der Städtischen Realschule. Dort kam es zu einer ganz besonderen Unterrichtsstunde in der 10b: SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag war zu Gast.

„Als die Klasse seinerzeit in Berlin war, hatte ich leider keine Gelegenheit, mich mit den Jugendlichen zu unterhalten“, sagte die Politikerin. „Dies ist hier mein Nachholbesuch.“ Und bei diesem befand sie auf die Frage eines Schülers: „Wir sollten mit der CDU gemeinsam reagieren – nicht, um an die Regierung zu kommen, sondern, weil es keine andere vernünftige Lösung gibt.“

Sie selbst war von einer Zustimmung der SPD-Basis zur Großen Koalition überzeugt. Freitag: „Der Vertrag enthält viele Elemente aus unserem Programm.“ Sorgen bereite ihr die große Mehrheit und die kleine Oppostion: „Die Minderheitenrechte sollen gewahrt bleiben.“

Falls aber die große Mehrheit der Sozialdemokraten mit einem „Nein“ votierten, stünden doch noch Neuwahlen an, meinte sie. „Ich gehe aber davon aus, dass es in der Bundesruplik Deutschland möglich sein muss, eine Regierung zu bilden; alles andere wäre nur peinlich.“

Dagmar Freitag ist eine von 193 SPD-Abgeordneten in Berlin. Die politischen Anfänge der Realschullehrerin (Englisch und Sport) begannen in Iserlohn. Zwischenzeitlich hat sie die Arbeit in Bonn und Berlin kennen gelernt. Zur jüngsten Bundestagswahl sagte sie: „Es war knapp, denn in Balve hatte ich nur 54 Stimmen Vorsprung.“

Sie bereue keinen Tag in der großen Politik, wenn auch jeder Tourist mehr von Berlin gesehen hätte als sie: „Bis 23 Uhr bin ich in meinem Büro und lese jede Mail und jeden Brief selbst. Mit Anmerkungen leite ich dann die Erledigung an meine Mitarbeiter weiter.“

Für ihren Wahlkreis möchte sie gerne den Weiterbau der A 46, die Ortsumgehung von Neuenrade und bessere Rahmenbedinungen für den Mittelstand bei der Energiewende schaffen. Die Schüler waren ganz bei der Sache, als sie Einblicke in Politik aus erster Hand erfuhren. Dabei zeigten sie sich über aktuelle Themen wie Nelson Mandelas Tod und die NSA-Affäre gut informiert.

Ob Freitag im neuen Parlament weiterhin Vorsitzende des Sportauschusses bleibt, ist fraglich, denn dieses Amt soll an die CDU gehen. Dafür nimmt sie, angesprochen auf die Doping-Affäre, kein Blatt vor den Mund: „Seit 1996 setze ich mich für ein wirksames Anti-Doping-Gesetz auch im Sinne der Glaubwürdigkeit für die sauberen Sportler ein.“ Immer mehr verliere der Sport an Faszination und Begeisterung. Nach wie vor bleibt die Iserlohnerin im Auswärtigen Ausschuss für die transatlantischen Beziehungen und das südliche Afrika zuständig.

Die Abgeordnete rief die Jugendlichen auf, ihr Wahlrecht zu nutzen: „Gestaltet Euer Land mit, jede Stimme ist wichtig.“ - Julius Kolossa

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