Kostüm bleibt im Schrank

Coronavirus in Balve: Weihnachtsmann fährt nicht mit der Hönnetalbahn

Verkleidet als Weihnachtsmann ist Rüdiger Lenk seit vielen Jahren in der Hönnetalbahn unterwegs, um die Kinder zu beschenken.
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Verkleidet als Weihnachtsmann ist Rüdiger Lenk seit vielen Jahren in der Hönnetalbahn unterwegs, um die Kinder zu beschenken.

Für Rüdiger Lenk wird der Heilige Abend in diesem Jahr ungewohnt ruhig verlaufen. „Das Zugfahren gehörte bisher immer dazu“, erzählt der 67-jährige Balver im Gespräch mit der Redaktion.

Denn Lenk ist der „Ur-Weihnachtsmann“ in der Hönnetalbahn, der alljährlich am 24. Dezember die Kinder im Zug mit Süßigkeitentüten beschenkt.“ Doch 2020 ist coronabedingt alles anders. Denn die Eisenbahnfreunde Hönnetal haben diese Zugfahrten mit dem Überraschungsfahrgast mit rotem Mantel und weißem Bart abgesagen müssen.

Vor mittlerweile 26 Jahren fragten Carl Cordes und Burkhard Wendel von den Eisenbahnfreunden Hönnetal Lenk, ob er Lust hätte dieses Ehrenamt zu übernehmen. Lenk sagte zu und schlüpft seitdem alljährlich am Morgen des 24. Dezember in sein Weihnachtsmann-Kostüm, um in den Zügen der Hönnetal auf der Strecke von Neuenrade nach Fröndenberg mitzufahren.

Stets freie Fahrt mit bis zu 500 Süßigkeitentüten

Als Weihnachtsmann hatte er natürlich stets freie Fahrt und immer bis zu 500 Süßigkeitentüten dabei. „Es war immer schön, die Mädchen und Jungen damit zu bescheren. Viele lachten und freuten sich, aber einige musste ich auch beruhigen – das gehörte auch dazu.“ Lenk erinnert sich auch an weit gereiste Fahrgäste aus Israel und Neuseeland, die er im Laufe der Jahre kennengelernt hat. „Man kam schnell mit den Leuten ins Gespräch.“

Rüdiger Lenk hat in diesem Jahr an Weihnachten frei.

In guter Erinnerung sind Lenk vor allem die ersten Jahre, in denen ihm in den damals noch größeren Zuggarnituren ein eigenes Dienstabteil für einen Kaffee zur Verfügung stand. Im vierten Jahr spielte der Weihnachtsmann dann noch Saxofon für alle Mitfahrer, und es wurden Lieder gesungen.

Von den Fahrgästen kommt viel zurück

„Es war immer wieder auf Neue schön, auf die Kinder zuzugehen – das gehörte mit zum Jahresablauf“, sagt Lenk. In all den Jahren habe er von den Fahrgästen für seinen Einsatz auch viel zurückbekommen, meist in Form von Liedern, Gedichten auch einfach nur einem Lächeln.

Inzwischen hat sich Lenk ein neues Weihnachtsmannkostüm angeschafft, das in diesem Jahr im Schrank bleiben wird. „Es ist für mich ungewohnt, dass ich am Heiligen Abend nach so vielen Jahren einmal nicht auf der Hönnetalbahn sein darf“, muss sich der 67-Jährige für dieses Jahr eine Alternative suchen.

Weihnachtsgruß über die Zeitung

Wie er nun seine freie Zeit verbringen wird, weiß er noch nicht, möchte spontan entscheiden. Mit einem Schmunzeln stellt Lenk aber fest: „Es wird stressiger als die Jahre davor.“

Zumindest über den SV wendet sich der „Weihnachtsmann aus der Hönnetalbahn“ aber an alle Kindern und Erwachsenen und lässt ein frohes Weihnachtsfest ausrichten: „Bleibt alle gesund. Wenn alles gut wird, sehen wir uns bald schon auf der Hönnetalbahn wieder.“

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