In der Helle in Balve

Coronavirus in Wohnheim: Testergebnisse liegen vor

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Abgesperrt hat die Stadt Balve das Gelände, auf dem das Übergangswohnheim steht.

[Update 31.07.2020] Balve – Nach dem Coronavirus-Ausbruch im Balver Übergangswohnheim für Flüchtlinge In der Helle hatte der Kreis Abstriche von allen Bewohnern und weiteren Kontaktpersonen machen lassen. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.

„Wir warten sehnsüchtig drauf“, sagte Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) noch am Mittwoch. Denn mit den Ergebnissen sei deutlicher sichtbar, wie weit sich das Virus in der Unterkunft und vielleicht auch darüber hinaus bereits ausgebreitet habe. Zunächst war nur eine Bewohnerin positiv auf Covid-19 getestet worden. Sie habe leichte Symptome gezeigt, berichtete Mühling. Die Infektion sei bei einem Krankenhausaufenthalt „eher zufällig“ festgestellt worden.

Mittlerweile sind die Testergebnisse der 35 weiteren Bewohner bei der Stadt Balve eingetroffen - und die Erleichterung ist groß: Denn die die Testungen der Bewohner und der Kontaktpersonen sind alle negativ ausgefallen. 

Bis zum Bekanntwerden der Ergebnisse war die Stadt Balve erst einmal auf Nummer sicher gegangen. Sie hat einen Sicherheitsdienst engagiert, der überwacht, dass keine der unter Quarantäne stehenden Personen das Gelände verlässt. Versorgt werden die Bewohner durch den Balver Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes. 

Diese Maßnahmen werden auch weiterhin bestehen bleiben. "Aufgrund der Inkubationszeit bleiben die Bewohner des Übergangsheimes in der Helle sowie die fünf Kontaktpersonen bis einschließlich 6. August unter  Quarantäne", heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.

Coronavirus in Balve: Hausärzte weisen auf Möglichkeit der Testung hin

Derweil haben die Balver Hausärzte darauf hingewiesen, dass sich Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten in den Praxen von Dr. Paul Stüeken und Dr. Gregor Schmitz kostenlos auf eine Infektion mit dem Sars-CoV2-Virus testen lassen können. Die Ergebnisse seien in der Regel am nächsten Tag verfügbar. „Sobald das negative Ergebnis vorliegt, ist die vorgeschriebene Quarantäne beendet“, erklärte Schmitz. 

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

Diese Regelung betrifft derzeit nur Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Die Ärzte bedauern, dass es noch keine einheitliche Teststrategie und vor allem keine Klärung der Kostenfrage gibt. Während die Kostenfrage für Reiserückkehrer ebenso wie für Patienten mit Symptomen geklärt sei, gebe es immer noch zahlreiche Fälle, in denen die Patienten die Kosten selbst übernehmen müssen. Schmitz: „Die hierfür entstehenden Gebühren werden nicht von den Praxen erhoben, sondern von den Laboren, die die Untersuchungen durchführen.“ 

Keine Informationen durch den Kreis

Von Seiten des Kreises hätten die Ärzte – anders als beispielsweise im Hochsauerlandkreis – bislang keine Informationen über die Kostenübernahme durch den Kreis erhalten. „Im Gegenteil, Balver Patienten wurden von der Corona-Hotline des Märkischen Kreises mitgeteilt, sie sollen sich einen Arzt suchen, der den Test umsonst macht“, teilte Schmitz mit. Diese kostenlosen Testungen seien aber originäre Aufgabe des Gesundheitsamtes und würden auch kostenlos durch Gesundheitsamtsmitarbeiter durchgeführt.

Dieser Darstellung hat der Märkische Kreis am Donnerstag widersprochen. „Das stimmt nicht“, konterte Kreis-Pressesprecher Hendrik Klein. „Dafür gibt es keinen Auftrag von Bund oder Land, deshalb machen wir das auch nicht“, ergänzte er.

Kostenlose Tests gebe es aber für Reiserückkehrer aus Risikogebieten, betonte Klein und verwies auf eine Pressemitteilung des Kreises. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) habe ihre angeschlossenen Ärzte mit einem Info-Telegramm über das neue Prozedere unterrichtet, nachdem das NRW-Gesundheitsministerium sowie die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe eine entsprechende Vereinbarung getroffen haben, heißt es darin. Danach könnten sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten bei ihrem Hausarzt kostenlos auf eine Corona-Infektion testen lassen.

Welche Urlaubsländer Risikogebiete sind, findet man unter www.rki.de/covid-19-risikogebiete.

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