Können Schützenfeste stattfinden?

Schützen in Balve spielen wegen Coronavirus auf Zeit

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Pfarrer Andreas Schulte wurde im Sommer 2019 frenetisch als neuer König der Balver Schützen gefeiert. Ob es auch 2020 einen Schützenkönig in Balve geben wird, erscheint derzeit mehr als fraglich.

Balve - Die Werdohler Schützen haben am Donnerstag mit der coronabedingen Absage ihres Schützenfestes für 2020 Fakten geschaffen. Auch die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft aus Marsberg hat sich bereits festgelegt: 2020 findet kein Fest statt. So weit gehen die Schützenbruderschaften in Balve bislang noch nicht, wie eine Umfrage unter den Vereinen ergab, großes Gesprächsthema ist das Coronavirus aber auch in der Hönnestadt.

Denn bereits jetzt haben die Bruderschaften mit finanzielle Einbußen zu kämpfen, weil ihre Hallen oder auch die Höhle nicht für Veranstaltungen vermieten können. Was eine mögliche Absage der Festwochenenden betrifft, darunter auch zwei 100-Jahr-Jubiläumsfeste in Beckum und Volkringhausen, spielen die Schützen in der Hönnestadt noch auf Zeit.

St. Sebastian Balve

„Wer Schützenfest feiern will, der muss jetzt zu Hause bleiben“, sagte Christoph Rappe, Vorsitzender der Balver Schützen. Diese wollen vom 18. bis 20. Juli feiern. Die aktuelle Situation bewertet er so: „Es ist beängstigend.“

Für ihn wäre ein Plan B im Falle einer Absage so vorstellbar, dass Ende August anstelle der Abrechnung ein zweitägiges Schützenfest gefeiert würde. „Natürlich nur, wenn dies bis dahin zulässig wäre“, stellte er diese bisher nur grob gefassten Überlegungen vor. Auch, ob die Durchführungen der vier Kompaniefeste möglich sind, müssen die Vereinsverantwortlichen noch beraten.

Heilige Drei Könige Garbeck

Diskussionsbedarf im Vorstand sieht auch Garbecks Vorsitzender Hubertus Schulte (hier wird vom 11. bis 13. Juli gefeiert). „Es ist eine schwierige Situation – wenn möglich, möchten wir das Schützenfest feiern. Es liegen uns alle Zusagen vor.“

Schulte ist noch verhalten positiv, dass das Datum eingehalten werden kann: „Wir wissen allerdings nicht, wie die Auflagen für den Juli aussehen.“ Für ihn gibt es kaum Möglichkeiten, das Fest auf einen späteren Termin zu verschieben: „Eventuell werden wir es absagen müssen.“

St. Johannes Langenholthausen

In Langenholthausen soll vom 6. bis 8. Juni gefeiert werden. „Wunder geschehen“, hofft Vorsitzender Berthold König noch. 2020 wäre das „optimale Jahr“ für die St.-Johannes-Bruderschaft gewesen, denn ohne Corona wäre die Schützenhalle bis auf wenige Wochenenden komplett ausgebucht gewesen.

Inzwischen wurden mit der Tanzbar und der Keglerparty die ersten größeren Veranstaltungen bereits abgesagt (wir berichteten). Weitere Absagen werden folgen. „Das sind derbe Einschnitte, wenn uns außer den Mitgliedsbeiträgen keine Einnahmen zur Verfügung stehen“, sagt König.

Sollte das Schützenfest doch noch in diesem Jahr stattfinden können, dann möglichst bis in den Spätsommer: „Nicht aber ab Ende September.“

St. Antonius Eisborn

Gisbert Sprenger von den Eisborner Schützen, die vom 13. bis 15. Juni feiern wollen, blickt wenig optimistisch auf die Schützenfest-Saison für seine Bruderschaft: „Ich sehe unser Fest in Gefahr.“

Theoretisch würde alles funktionieren, seien die Vorplanungen doch bereits nach dem vergangenen Schützenfest angelaufen. „Eine Entscheidung wird erst im April fallen.“ Ob im Fall einer Absage ein Ersatztermin anvisiert werden könnte, soll mit dem Vorstand besprochen werden.

St. Hubertus Beckum

„Wie geht es nach Corona weiter und vor allem wann geht es weiter?“, sieht Markus Baumeister, Vorsitzender der Beckumer Schützen, noch viele unbekannte Faktoren. „Die Situation ändert sich täglich, ja fast stündlich.“

Gefeiert werden sollte in Beckum gleich doppelt: Vom 4. bis 7. Juli und dann auch noch vom 4. bis 6. September das Jubiläumsschützenfest. Bereits abgesagt wurde das Jugendkonzert, aber auch das für den 19. April angesetzte Kinderschützenfest. „Hier wurde uns die Entscheidung abgenommen“, verweist Baumeister auf die behördlichen Anweisungen, die aktuell bis Mitte April gelten.

Für das Juli-Schützenfest hofft er, dass es stattfinden kann: „Aber ich fürchte, es wird knapp.“ Eventuell werde sich Beckum mit einer Absage abfinden müssen. „Einen anderen Plan haben wir noch nicht – Schützenfest hat so viele Facetten, dass es schwierig ist, einen anderen Termin zu bekommen.“

Große Hoffnung hat Baumeister zumindest, dass das Jubiläumsschützenfest im August stattfinden kann, denn: „Diese Absage ist ein größeres Problem, hat dieses Fest doch einen ganz eigenen Charakter und einen eigenen Verlauf.“ Sollte die Ausrichtung allerdings nicht möglich sein, soll es um ein Jahr verschoben werden.

St. Hubertus Mellen

Entspannter sieht Markus Blöink aus Mellen die Schützenfest-Saison 2020. Seine Bruderschaft ist traditionell die letzte im Stadtgebiet, muss „erst“ vom 1. Bis 3. August ausrichten. „Wir gehen von einem normalen Festverlauf aus“, sagte er dazu.

Blöink ist zuversichtlich, dass sich bis in den August das Leben wieder normalisiert haben wird. „Sonst werden wir absagen müssen, was ich allerdings nicht hoffe.“

Alle Brudermeister und Vorsitzenden der Schützenbruderschaften veranstalten am 1. April eine Telefonkonferenz, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Dann sind auch die St.-Hubertus-Schützen aus Volkringhausen dabei, die in dieser Woche für die SV-Redaktion nicht zu erreichen waren.

Alle Informationen rund um das Coronavirus im MK gibt es hier.

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