Vorsichtig bei Besuchen

Coronavirus: Heimleiter gehen die Lockerungen zu schnell

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Bis ein spezieller Aufenthaltsraum zur Verfügung steht, erfolgen Treffen im Balver Altenheim weiterhin nur auf Distanz per Besucherfenster.

Balve – Viele Geschenke wurden am Muttertag im Altenpflegeheim St. Johannes abgegeben, denn sämtliche möglichen elf Termine am Besucherfenster waren vergeben.

„Unsere Bewohner freuen sich über den Kontakt“, sagte Heimleiter Franz-Josef Rademacher im Gespräch mit der Redaktion. Die Angehörigen waren vorab informiert worden, dass nicht – wie im Lockerungserlass der Landesregierung angeregt – Zelte oder Pavillons für die Treffen aufgebaut werden, sondern Treffen nach Terminabsprache weiterhin am Besucherfenster durchgeführt werden. 

„Nein, wir hatten kein besonderes Muttertags-Szenario“, so Rademacher. „Es war ein normaler Besuchstag mit Kontakt auf Entfernung.“ Von den in der vergangenen Woche aus dem Landesministerium bekannt gegebenen Lockerungen bezüglich der Besuchsmöglichkeiten werde erst einmal Abstand genommen. „Das erscheint mir zu ungünstig und sollte zu schnell umgesetzt werden – immerhin ist unser Personal in den vergangenen Wochen nicht geschont worden“, sagte Rademacher. 

Gesundheit der Bewohner hat oberste Priorität

Für den Heimleiter gilt nach wie vor, dass die Gesundheit der Bewohner und des Personals oberste Priorität habe. Dementsprechend werde dieses Haus, in dem aktuell kein Corona-Fall bekannt ist, weiterhin nur unter strengen Hygieneauflagen betreten werden dürfen: „Dieses Virus ist eine aktuell vorherrschende Bedrohung, die uns nicht erreichen soll.“ 

Um aber den Bewohnern den Kontakt nach „draußen“ zu ermöglichen, ist die Heimleitung in Absprache mit den Angehörigen und dem Personal immer wieder auf der Suche nach neuen Ideen. Das Besucherfenster und die Möglichkeit der Videotelefonie würden bereits gut angenommen. „Jetzt erarbeiten wir ein Konzept, einen von außen zugänglichen Aufenthaltsraum am Murmke-Bach für Treffen vorzubereiten“, stellte Franz-Josef Rademacher das neueste Projekt vor. 

Abtrennung mit Schutzwänden

Mit Schutzwänden soll dieser Raum abgetrennt werden, der über den „Campus“-Parkplatz erreichbar sein wird. Für die Nutzung gelten wieder strenge Maßstäbe, wie Anmeldung, Ausfüllen eines Fragebogens, Einhalten der Hygienevorgaben wie Sicherheitsabstände und Desinfektion. „Unser Haus beschreitet damit einen vorsichtigen und wohl bedachten Weg“, sagt Rademacher.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier.

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