Der Hauptkulturträger?

Diskussion um die Rolle des Festspielvereins

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Aufführungen wird es in diesem Jahr in der Höhle nicht geben.

Balve – 5000 Euro bekommt der Festspielverein Balver Höhle als finanzielle Unterstützung von der Stadt Balve. Außerdem werden 2000 Euro für die ausgefallene Klassikveranstaltung ausgezahlt.

Auf diese Summe einigte sich der Rat in seiner Sitzung am Mittwoch mit 16 Ja-Stimmen, neun Nein-Stimmen und einer Enthaltung. 

Zu Grunde gelegt wurden dabei die im vergangenen Jahr abgerufenen 2500 Euro aus dem jährlich insgesamt 5000 Euro umfassenden Sozialfonds der Stadt Balve. Diese Summe wurde nun auch für 2020 wieder veranschlagt, obwohl der Verein coronabedingt keine Veranstaltungen durchführt. Denn durch die Flut der Absagen in den vergangenen Wochen ist der Verein in finanzielle Nöte geraten. 

Coronavirus in Balve: Antrag abgelehnt 

Mit 16:10-Stimmen abgelehnt wurde der von der Unabhängigen Wählergemeinschaft Balve (UWG) gestellte Antrag, 7500 Euro (der gesamte Inhalt des Sozialfonds zuzüglich 2500 Euro für die Klassiknacht) an den Festspielverein auszuzahlen. 

Zuvor war eine Diskussion über die Rolle des Festspielvereins entbrannt. So forderte Daniel Pütz (UWG), den Festspielverein als Hauptkulturträger der Stadt stärker zu fördern. Immerhin sei dieser seit Beginn des Jahres mit dem Aufbau der Zuschauertribüne und damit verbundenen Kosten in Vorleistung gegangen. Die jetzt eingetretene Notsituation des coronabedingten Wegbrechens aller Einnahmen, sei bis März nicht vorhersehbar gewesen. 

Mittel sind zweckgebunden

Gerne hätte Pütz die für das Heimatjahr in die Stadtkasse geflossenen 5000 Euro als Förderung dem Festspielverein zugewiesen, doch musste Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) dieses Anliegen ablehnen: die Bezirksregierung lehne eine anderweitige Förderung ab. 

„Der Festspielverein ist kein Leuchtturm“, erläuterte Hubertus Schweitzer (CDU) seine Sichtweise. Der Volkringhausener ging davon aus, dass dieser Verein – wie jeder andere Balver Verein auch – von der Stadt ausreichend unterstützt werde: „Es müssen alle Vereine gleich behandelt werden.“ 

SPD lässt nicht locker 

Nach der Abstimmung war dieses Thema für Cay Schmidt (SPD) allerdings nicht beendet. Denn er betonte, auch bei der nächsten Haushaltsberatung für 2021 „nicht müde zu werden“, wieder einen Fonds zur Kulturförderung der Stadt zu beantragen: „Die jetzt vorhandenen 5000 Euro sind zu niedrig angesetzt.“ Seit mehreren Jahren setzt sich die SPD für die Einrichtung eines solchen Fonds ein; der regelmäßig von der Mehrheitsfraktion der CDU abgelehnt wird.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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