Nach langer Pause geht es wieder los

Chorprobe in Zeiten von Corona: MC Balve singt im Reitstadion

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Dirigent Hubertus Schönauer war schnell wieder in seinem Element.

Balve – „Es ist schön, nicht nur wieder zu proben, sondern dabei auch unsere älteren Sangesbrüder wiederzusehen“, sagte Bernhard Krüdewagen.

Der Vorsitzende des Männerchores Balve zeigte sich am Montagabend sichtlich erfreut, den Probenbetrieb wieder aufnehmen zu können – wenn auch unter ganz besonderen Bedingungen. Denn coronabedingt wird bis auf Weiteres unter freiem Himmel auf der Tribüne des Reitstadions in Wocklum gesungen. 

„Unsere letzte Probe war Anfang März“, erinnerte sich Krüdewagen im Gespräch mit der Redaktion zurück. Dann kam Corona. Seitdem ruhte das Vereinsleben auch bei diesem Chor – bis Mitglied Matthias Camminady die Idee hatte, die Chorprobe unter Berücksichtigung besonderer Richtlinien aufgrund der Corona-Pandemie auf der Reitanlage in Wocklum durchzuführen. 

Coronavirus in Balve: Hygienekonzept entwickelt

„Ich wollte schon immer mal im Stadion singen“, erzählte der Tenor, der als Zweiter Vorsitzender des Reitervereins Balve die Wege ebnete. Bei seinem Chor stieß Camminady mit dem Vorschlag sofort auf großes Interesse. Deshalb entwickelte er ein Hygienekonzept von der Registrierung der Sänger bis zum Sicherheitsabstand und zur Desinfektion der Sitzplätze, sodass es grünes Licht für die Probe in Wocklum gab. 

Bei der Ankunft im Reitstadion mussten sich die Sänger zunächst die Hände desinfizieren.

Dieses Konzept wurde am Montag erstmals umgesetzt, und zwar zunächst von den Tenören, danach von den Bässen. Geprobt wurde unter der Leitung von Dirigent Hubertus Schönauer der „Abendfrieden“ und „Maria lassù“. Am Rande der Probe erzählte der Chorleiter: „Wir haben jetzt eine gute Möglichkeit, uns in kleineren Gruppen wieder zu sehen. Noch besser aber ist, dass der Chorgesang nicht einschläft.“ 

Es geht nichts über eine Liveprobe

Denn mit fast 60 Sängern in geschlossenen Räumen zu proben, ist zurzeit noch nicht möglich. Da sei das Reitstadion ideal, um zumindest mit den jeweiligen Stimmen zu proben. „Einen Plan B gibt es nicht“, gab Schönauer zu. „Es muss einfach ausgeharrt werden.“ Von digitalen Möglichkeiten der Chorprobe hält er trotz aller Vorzüge der Technik nicht viel: „Die Verzögerung bei der Übertragung ist zu groß.“ Es gehe nichts über eine Liveprobe: „Gut, dass es jetzt endlich wieder diese Möglichkeit gibt.“ 

Männerchor Balve probt im Reitstadion

Schnell war er an seinem Dirigentenplatz unter der Tribüne wieder in seinem Element, die Sänger einzustimmen. Über die Fortschritte bei beiden Liedern waren letztlich alle zufrieden; nur auf das Bier nach der Probe mussten die Sänger verzichten. Denn nach den jeweiligen Probeblöcken mussten alle Sänger das Reitstadion unmittelbar verlassen, ohne sich in die Quere zu kommen. 

Gelungene Premiere im Reitstadion

Für den Männerchor 1874 Balve war es eine gelungene Probenpremiere im Reitstadion, auch wenn das gemeinsame Singen aller Aktiven nicht möglich war. Vorstellbar sei allerdings, so der Vorsitzende Bernhard Krüdewagen, irgendwann mit jeweils der Hälfte aller Sänger zu proben. Platz genug sei vorhanden. 

Die Reitanlage werde, so Matthias Camminady, auch vom Chor Barditus aus Allendorf für Proben genutzt. „Anfragen von Chören auch aus dem Stadtgebiet liegen dem Reiterverein Balve bereits vor“, berichtete er. „Dieses Stadion ist für alle offen.“

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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